Wenn Kinder nicht essen wollen: Fragen und Antworten


Oft fängt es harmlos an: die Kinder essen nur noch Nudeln, ihren Lieblingsjoghurt oder Süßigkeiten. Gesunde Lebensmittel wie Gemüse und Obst werden abgelehnt. Die Mahlzeiten dauern oft endlos oder es wird nur beim Spielen oder Rumlaufen gegessen. Je mehr die Eltern nun aus Sorge die Kinder zu gesundem Essen drängen, desto weniger wollen es die Kinder. Die Eltern geben die Enttäuschung darüber an die Kinder zurück.

 

Ein Teufelskreis entsteht und kann zum großen Problem für Familien werden.

Vitamin- und Nährstoffversorgung

Phasenweise essen viele Kinder sehr einseitig. Das ist normal und gehört zur kindlichen Entwicklung. Solange Kinder munter und aktiv sind, braucht man sich nicht allzu viele Sorgen machen. Eltern sollten Geduld haben und ihre Kinder entscheiden lassen, ob und wie viel sie von den unterschiedlichen Lebensmitteln essen möchten. Auch weiterhin sollten Eltern viele gesunde und abwechslungsreiche Gerichte anbieten und eine gesunde Ernährung konsequent vorleben. Vitamine und Mineralstoffe lassen sich beispielsweise auch mit Säften, selbst gemachten Smoothies und Mineralwässern aufnehmen.

Was tun, wenn Kinder fast gar nicht oder nur noch unter Protest essen?

Auch wenn es schwierig ist, sollten Eltern unbedingt versuchen, ruhig zu bleiben. Damit sich die Essprobleme nicht weiter verstärken, sollte kein Druck oder gar Zwang ausgeübt werden. Kinder schauen sich viel bei anderen Kindern ab. Einladungen von Freunden zum gemeinsamen Kochen und Essen des Kindes können helfen. Zusätzlich sind Belohnungssysteme empfehlenswert, z.B. werden zehn Smiley-Gesichter aufgemalt. Für jedes Probieren eines neuen Gerichtes wird ein Smiley-Gesicht durchgestrichen. Sind alle Gesichter durchgestrichen, bekommt das Kind etwas Schönes, was vorher gemeinsam vereinbart wurde: einen Ausflug mit Picknick, einen Schwimmbadbesuch oder einen besonders langen Vorleseabend.

Gesundheitliche Gefährdung durch Untergewicht

Eine gesundheitliche Gefährdung durch starkes Untergewicht liegt dann vor, wenn Kinder sich nicht altersgemäß entwickeln, Wachstumsstörungen auftreten oder sie oft krank sind. Eltern sollten deshalb die Entwicklung ihrer Kinder regelmäßig von einem Kinderarzt überprüfen lassen. Er kann auch organische Ursachen wie eine Allergie oder eine Stoffwechselerkrankung ausschließen. Fühlen sich Eltern durch die Situation über mehrere Monate stark belastet, können sie sich zusätzliche Unterstützung durch eine Beratungsstelle für kindliche Regulationsstörungen holen.

 

Quelle: Claudia Thienel, www.aid.de

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