Die Quitte: Namensgebung und Herkunft

Die Quitte (Cydonia oblonga) wächst als sommergrüner Baum oder Strauch. Sie gehört zu den Kernobstgewächsen innerhalb der Familie der Rosengewächse und wird seit Langem als Obstbaum kultiviert. Ihr Name steht sowohl botanisch als auch in unserem Sprachgebrauch für die griechische Stadt Kydonia, das heutige Chania auf der Insel Kreta. Darüber hinaus ist sie indirekt Namensgeber für die Marmelade (portugiesisch "marmelo" für Quitte).

Die Quitten-Heimat ist Westasien. Heute wird diese Obstart vor allem in Asien und Europa angepflanzt. In West- und Mitteleuropa spielt sie aber eher eine untergeordnete Rolle. In Deutschland ist der kommerzielle Anbau auf Baden-Württemberg und das Rheinland begrenzt.

Aussehen, Ernte und Inhaltsstoffe

Die Quitte erreicht Höhen von vier bis acht Meter und blüht nur zwischen Mai und Juni. Da die Quitte selbstfruchtbar ist, wird kein zweiter Baum zur Bestäubung benötigt. Die gelbe Frucht weist bei der Wildform einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimeter auf, kultivierte Sorten können deutlich größere Früchte bilden. Die Ernte erfolgt am besten im nicht zu reifen Zustand, da sonst das in den Früchten enthaltene Pektin zunehmend abgebaut wird. Idealer Erntezeitpunkt ist die Phase, in der die Farbe der Früchte von grün nach gelb umschlägt, etwa Ende September. Der angenehme Duft der Früchte beruht auf einem Mix von über 80 Stoffen. Die Frucht selbst enthält viel Vitamin C, viel Pektin und Schleimstoffe.

Verwendung in Küche, Medizin und Kosmetik

Bei der Zubereitung mitteleuropäischer Sorten muss in jedem Fall der bitter schmeckende Flaum entfernt werden. Dann wird die Frucht geschält oder ungeschält zu Konfitüre, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee, Likör oder Schnaps verarbeitet. Reife Quittensamen werden als Heilmittel verwendet. Hierzu wird aus den unzerkleinerten Samen ein Schleim zubereitet, der Hustenreiz lindern soll und mild abführend wirkt. Äußerlich kommt er in Salben oder Cremes u. a. bei rissiger Haut und aufgesprungenen Lippen zum Einsatz, aber auch als fettfreie Salbengrundlage in der Kosmetik.

 

Quelle: Dr. Jörg Häseler, www.aid.de

 

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