It´s Tea-Time!

Wenn das sprudelnde Wasser die getrockneten Kräuter und Früchte einhüllt und diese die Aroma- und Farbstoffe freisetzen, der wohlige Duft den Raum erfüllt, dann ist es soweit: It’s Tea-Time! Tee hat eine jahrtausende alte Tradition – er bringt Genuss, Energie und Gesundheit. Seine Geschichte beginnt wohl in China.

Das Blättchen, das vom Strauche fiel

Woher stammt der Tee und wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, getrocknete Blätter mit heißem Wasser zu übergießen? Wie um fast alles, regen sich auch um das Heißgetränk zahlreiche Mythen und Legenden. In China sagt man, dass ein chinesischer Kaiser unter einem Strauch etwas abgekochtes Trinkwasser zu sich nehmen wollte. Zufällig vielen ihm ein paar Blätter in die Tasse und färbten das Wasser ein. Der Geschmack und Duft betörten ihn und fortan wollte er nichts anderes mehr trinken. In Indien sagt man sich, dass ein Fakir sieben Jahre ohne Schlaf auskommen wollte. Als er vor Müdigkeit unter einem Busch zusammenbrach, nahm er sich einzelne Zweige, in der Hoffnung, durch das Kauen wach zu bleiben – die Müdigkeit verflog und man erzählt sich, er habe die sieben Jahre durchgehalten. In Japan haben Tee und Augenlid dasselbe Schriftzeichen. Warum? Dort sagt man sich, dass auch der Büßer Bodhidarma sieben Jahre ohne Schlaf meditieren wollte. Als er trotzdem einschlief, schnitt er sich am nächsten Morgen seine Augenlider ab. Diese schlugen im Boden wurzeln und ein Busch entstand. Er bereitete sich aus den Blättern einen Trank und jeder, der von der belebenden Wirkung hörte, wollte sich das „göttliche Geschenk“ ansehen.

Teekulturen rund um den Globus

Es gibt sehr viele verschiedene Teekulturen. Die Tee-Zeremonie in Japan etwa wird feierlich vollzogen. Hier wird Tee als Pulver verarbeitet. Er wird in einer Schale mit einem Bambusbesen angerührt und leicht schaumig geschlagen. Der grüne Trunk wird schließlich dem Ehrengast gereicht und geht dann Reih um. Eine absolute Tee-Hochburg bei uns im Land ist wohl das Ostfriesland. Auch hier wird der Tee zur Teetied nicht einfach getrunken, sondern regelrecht zelebriert: Erst kommt ein Stück Kluntje-Kandis in die Tasse. Anschließend kommt dann der Tee dazu und der Kandis knackt und knistert leise. Am Rand der Tasse wird mit einem kleinen Sahnelöffel die Sahne in die Tasse gegeben. Es wird nicht umgerührt! Dann gibt es natürlich noch den 5 o’clock Tea in England, der schon eine 200 Jahre alte Tradition hat. Hier ist das m.i.f.(milk in first)-Prinzip wichtig: Zuerst kommt warme, fetthaltige Milch in die Tasse und dann wird der Tee eingeschenkt. Der Tee ist traditionell starker, schwarzer Tee. Zu dem Heißgetränk werden Scones (britisches Gebäck) und Sandwiches gereicht. In Russland wird der Samowar zur Zubereitung genutzt. Er ist ein großer Wasserkocher mit Hahn. Aus dem Tee wird zunächst ein Konzentrat gewonnen, das heißt, sehr wenig Wasser, sehr viel schwarze Teeblätter. Dieses wird dann nach Belieben mit heißem Wasser gestreckt. Um den Tee süß zu trinken, nimmt man ein Stückchen Zucker oder etwas Marmelade in den Mund und dazu einen Schluck Tee. Im Mund vereint sich das zu einer aromatischen Masse.

Von grün bis schwarz

Tee gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ob Früchte-, Kräuter oder Rooibostee, Grüner, Schwarzer oder Weißer Tee – jeder Tee hat seine ganz eigenen Aromen und sein spezifisches Aussehen.

  • Grüner Tee: Der Grüntee ist wohl der gesündeste unter den beliebten Heißgetränken. Er soll gut für das Herz sein, das Risiko für Karies senken und sogar positive Auswirkungen auf einige Krebsarten haben. Durch eine schonende Verarbeitung bleiben die grüne Farbe und die gesunden Inhaltsstoffe im Tee erhalten. Beim Aufbrühen sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Optimal ist eine Temperatur von etwa 75 °C. Besonders gut kommen die Aromen beim zweiten Aufguss zur Geltung.
  • Schwarzer Tee: Der schwarze Tee wird fermentiert. Die Blätter werden gerollt, damit die Zellwände zerstört werden. In Reaktion mit Sauerstoff färben sich diese rotbraun bis schwarz. Die bekanntesten Sorten sind der Darjeeling, Assam und Ceylon. Auch den schwarzen Tee bekommt man in vielen Aroma-Variationen.
  • Weißer Tee: Eine ganz besondere Teeart ist der weiße Tee. Hierfür werden nur ungeöffnete Blattknospen verwendet und leicht fermentiert. Der milde Geschmack und die klare Farbe bekommt der Tee durch seine schonende Zubereitung ohne Dämpfen oder Rösten. Auch dieser Tee sollte mit Wasser um die 70 bis 80 °C aufgegossen werden und kann mehrmals verwendet werden.
  • Früchte- und Kräutertee: Wenn man es genau nimmt, ist an dieser Stelle Tee das falsche Wort, denn es werden keine Blätter der Teepflanze verwendet, sondern tatsächlich Früchte oder eben die Blätter der jeweiligen Kräuter wie etwa Pfefferminze, Salbei oder Kamille. Sie werden oft als Heiltees verwendet.
  • Rooibostee: Der Rooibostee, auch Rotbuschtee genannt, ist ebenfalls kein klassischer Tee. Er wird aus einem Strauch der Gattung Aspalathus linearis aus Südafrika gewonnen. Dieser hat nadelförmige Blätter und ähnelt dem Rosmarin. Er enthält kein Koffein, hat weniger Gerbstoffe und ist daher sehr magen- und darmfreundlich. Außerdem nimmt man mit ihm viele Mineralien, Vitamine sowie Spurenelemente auf.

Quelle: Schlossallee Osnabrück

 

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Ein leckeres Tee-Rezept finden Sie hier:

Stubn-Kräutertee

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