36 Kilo nehmen wir im Jahr zu uns

Der Mensch mag es süß. Frühstücksflocken am Morgen, Schokopudding als Dessert zum Mittag, zwischendurch eine Tasse Tee mit Kandis, hier und da einen Schokoriegel: Über den Tag nehmen wir Unmengen an Zucker zu uns – im Jahr sind es sage und schreibe durchschnittlich 36 Kilo. Und das, obwohl die meisten Schleckermäuler genau wissen, was ein übermäßiger Konsum der weißen Kristalle anrichten kann. Doch handelt es sich bei unserem Zuckerkonsum überhaupt noch um eine freie Entscheidung oder sind wir unter Umständen gar nicht mehr dazu in der Lage, jenen einzuschränken?

 

Theorien, warum wir von dem „süßen Stoff" scheinbar nie genug bekommen, gibt es reichlich. Eine von ihnen besagt, dass wir das Verlangen nach Süßem im wahrsten Sinne des Wortes bereits mit der süßlich schmeckenden Muttermilch aufsaugen. Vielleicht handelt es sich auch einzig und allein um eine chemische Reaktion beim Naschen, die uns für einen kurzen Moment Glück und Entspannung beschert. Insbesondere Menschen mit Liebeskummer oder Stress im Job greifen deshalb häufiger zum Trostbringer Zucker, als es für sie eigentlich gut wäre. Manche Experten vertreten bereits die These, dass der Mensch süchtig nach Zucker werden kann und der Gaumen mit der Zeit nach immer größeren Mengen des „Glücksbringers" verlangt.

Dies ist nicht zuletzt für die Nahrungsmittelindustrie von großer Bedeutung, denn nichts ist einfacher, als an eine bereits „angefixte" Kundschaft zu verkaufen, die sich vor dem „Cold Turkey" bewahren muss. So bewerben viele Unternehmen ihre Produkte zwar als besonders fettarm, stopfen diese dafür aber randvoll mit Zucker, was einer Vielzahl von Verbrauchern gänzlich verborgen bleibt. Denn die Süße verbirgt sich oftmals hinter harmlos wirkenden Namen wie Fructose, Saccharose oder Glucose-Sirup. Hinzu kommen beispielsweise Zwischenmahlzeiten, die nicht unbedingt süß schmecken, jedoch eine Menge Zucker enthalten. Eine Currywurst zum Beispiel enthält umgerechnet rund vier Stück Würfelzucker, eine Pizza Hawaii etwa sieben und eine Dose Pfirsiche rund zehn. Wie viele Zuckerwürfel in Süßigkeiten wie Oreo-Keksen stecken ist auf der US-amerikanischen Homepage www.sugarstacks.com besonders ansehnlich visualisiert.

Die übermäßige Aufnahme besonders zuckerhaltiger Produkte hat zur Folge, dass ganze Nationen, besonders deren Sprösslinge, immer dicker werden. Denn hat der menschliche Körper genug vom Zucker, wandelt er ihn in Fett um. Mangelt es zudem an Bewegung, führt dies schnell zur Adipositas. Umso wichtiger ist es, Süßes bewusst zu konsumieren und hin und wieder auch auf Zucker-Alternativen zurückzugreifen. So sollten Schokolade, Bonbons und Co. nicht maßlos direkt aus der Packung, sondern vielmehr abgezählt vom Teller genossen werden. Außerdem bieten sich zahlreiche Ersatzmöglichkeiten an, um Lebensmitteln Süße zu verleihen – sozusagen als „Methadon-Varianten" zum Zucker.

 

Natürliche Alternativen zum Zucker

Mit Honig können Tees, Dressings und Marinaden verfeinert werden. Ahornsirup schmeckt leicht nach Karamell und passt super zu Müsli und Joghurt. Agavendicksaft süßt ähnlich wie Zucker, ist aber kalorienärmer und harmoniert hervorragend mit Backwaren und Konfitüre. Zuckerrübensirup ergänzt Joghurt, Müsli und Pfannkuchen. Bei Thaumatin handelt es sich um einen natürlichen Süßstoff aus dem Samen des Katamfe-Strauchs. Er ist geeignet zum Verzehr mit kalten Speisen. Luo Han Guo ist sozusagen das "chinesische Stevia", das aus der Arhat-Frucht gewonnen wird. Hiermit kann Kaffee oder Tee gesüßt werden. Seit einiger Zeit in aller Munde ist Stevia. Weitere Informationen rund um das kalorienarme Süßungsmittel erhalten Sie hier.

 

Autor: Hendrik Jürgens

Quelle: www.hoerzu.de

 

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