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Was bedeutet "nano"?

Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen arbeiten in der Nanotechnologie. Die Vorsilbe „nano" steht dabei für eine Größe von einem Milliardstel, also in Verbindung zum Beispiel mit „Meter" für ein Milliardstel Meter. Mit Objekten von dieser unvorstellbaren Winzigkeit wird in der „Nano-Welt“ gearbeitet. Rechtlich fallen Teilchen mit einer Größe bis 100 Nanometer darunter. Diese „Nanos“ können ganz neue Eigenschaften oder eine weitaus größere Reaktionsfähigkeit als die eigentliche Ausgangssubstanz entwickeln. Neben zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise in der Medizin, Kosmetik, Energie- oder Computertechnik, können Nanoteilchen auch für die Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt werden.

Nanopartikel in Lebensmitteln

Fragt man die Lebensmittelindustrie, heißt es unisono: Nein, in Deutschland oder in der Europäischen Union gibt es keine Lebensmittel mit Nanopartikeln. So ganz eindeutig ist das jedoch nicht. So werden bereits seit Jahren einige Zusatzstoffe mit Nanoteilchen wie zum Beispiel Siliziumdioxid (E 551) als Rieselhilfe oder Trennmittel eingesetzt. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, der die Lebensmittelindustrie vertritt, erklärt dazu, dass die Nanopartikel der betreffenden Zusatzstoffe während des Herstellungsprozesses sofort wieder verklumpen. Damit seien sie zwar nanostrukturiert, aber nicht mehr den Nanopartikeln zuzurechnen.

Viele Fragen noch ungeklärt

Dennoch gibt es auch Lebensmittel mit echten Nanomaterialien, zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, auf dem deutschen Markt. Sie gelangen als Importe, unter anderem aus den USA, in die Europäische Union. Die Hersteller werben damit, dass beispielsweise bestimmte Mineralstoffe in Nanoform eine bessere Bioverfügbarkeit aufweisen. Das bedeutet, dass Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium schneller und in größerem Umfang im Darm aufgenommen werden.

Während die meisten Verbraucher der Nanotechnologie grundsätzlich positiv gegenüberstehen, sind sie bei Lebensmitteln eher skeptisch. Zu Recht, sind doch viele Fragen bislang nicht geklärt. Das betrifft sowohl mögliche gesundheitliche Auswirkungen als auch die Folgen für die Ökosysteme.

Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel

Für kosmetische Produkte gibt es mittlerweile eine Kennzeichnungspflicht, bei den Lebensmitteln dauert das noch bis Ende 2014. Ab dem 14. Dezember 2014 müssen Zutaten in Nanogröße entsprechend mit „Nano“ im Zutatenverzeichnis gekennzeichnet werden. Erst dann können sich Verbraucher bewusst für oder gegen solche Zutaten entscheiden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich mit Hilfe der Kennzeichnung Nanoteilchen in Lebensmitteln sicher vermeiden lassen. Denn schon längst gibt es Nano-Verpackungsmaterialien, von denen aus Teilchen in die Lebensmittel wandern können. Sie sollen das Packgut beispielsweise besser vor UV-Strahlung, vor dem Keimen oder vor Austrocknung schützen. Eine entsprechende Kennzeichnung, wie sie von den Verbraucherzentralen gefordert wird, ist jedoch für Verpackungen nicht vorgeschrieben.

Das fordert die Verbraucherzentrale

Aus Sicht der Verbraucherzentrale besteht noch dringender Forschungsbedarf. Die Auswirkungen der Nanomaterialien auf Mensch und Umwelt sind vielfach noch unklar. Um Verbraucher vor den ungeklärten Risiken der Nanotechnologie zu schützen, fordern die Verbraucherzentralen eine weltweite Melde- und Zulassungspflicht für Nanopartikel im Lebensmittelbereich. Die Kennzeichnungspflicht für Nanomaterialien sollte sich nicht auf Lebensmittel beschränken, sondern auch für Lebensmittelverpackungen gelten.

 

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

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