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Hygiene ist in der Küche das A und O

Wechseln Sie regelmäßig Ihre Putzlappen aus? Bedecken Sie Leftovers stets mit Folie, bevor Sie diese in den Kühlschrank verfrachten? Und wie gründlich reinigen Sie Ihre Spüle? Geht es um das Thema Sauberkeit herrschen in deutschen Haushalten ganz unterschiedliche Auffassungen. So ist die heimische Küche nach wie vor Infektionsherd Nummer eins. Das muss nicht sein, denn schließlich lassen sich die krankmachenden Keime mit einfachsten Mitteln im Zaum halten.

Pro Jahr erfasst das Robert-Koch-Institut im Schnitt 140.000 Erkrankungen, die auf Bakterien, Viren und Parasiten in Lebensmitteln zurückzuführen sind. Experten schätzen die Dunkelziffer der Infektionen um einiges höher – so sollen etwa eine Millionen Deutsche ein Mal im Jahr von Folgeerscheinungen wie Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen gepeinigt sein. Während kerngesunde Menschen rasch regenerieren, gelten Kinder, Ältere, Schwangere und chronisch Kranke als Risikogruppen. Doch auf welchem Wege schaffen es die kritischen Keime überhaupt bis in unsere vier Wände? Die Antwort ist simpel: Wir bringen sie dorthin – in unseren Einkaufstüten. So lauern die meisten Keime an Geflügelfleisch, das bei der Schlachtung mit dem Darm des Tieres in Berührung kam. Auch roher Fisch ist bekanntlich mit Vorsicht zu genießen. Zudem können Salmonellen auf Eierschalen siedeln, wenn diese zuvor mit Hühnerkot Kontakt hatten. Selbst Obst und Gemüse ist nicht sicher vor Krankmachern, die sich ihren Weg über Erdkrümel bis in unsere Obst- und Salatschüsseln bahnen.

Die prominentesten Keime auf unseren Lebensmitteln sind Salmonellen. Sie vermehren sich rasend schnell – besonders in warmen Küchen fühlen sie sich pudelwohl. Dort kann sich ihre Anzahl im 20-Minuten-Takt verdoppeln. Beispielsweise werden in einem Tiramisu aus zehn Salmonellen nach einer Stunde 80, nach zwei Stunden 600 und innerhalb eines ganzen Tages rasch einige Millionen. Verzehrt man das Tiramisu, ist eine sogenannte Salmonellose vorprogrammiert, welche von Erbrechen bis zur Hirnhautentzündung verheerende Folgen haben kann. Folglich sollten Speisen mit rohen Eiern oder Eischnee noch am Tag der Zubereitung verzehrt oder sofort nach dem Kochen in den Kühlschrank gestellt werden. Frisch schmecken die meisten Speisen doch sowieso am besten!

Das Wichtigste im Kampf gegen die Armee aus Mikroorganismen ist absolute Reinlichkeit. Dabei scheint eine Vielzahl altbewährter Hygieneregeln, Bevorratungstipps und Zubereitungsgebote über die Generationen in Vergessenheit geraten zu sein. besserhaushalten.de frischt das essentielle Know-how für Sie noch einmal auf.

Ordnung im Kühlschrank

Ein absolutes Muss ist Sauberkeit im Kühlschrank. So sollte jener regelmäßig ausgewischt werden. Rohe Lebensmittel, insbesondere Fleisch, und angebrochene Produkte gehören voneinander getrennt aufbewahrt und stets abgedeckt. Plus: Auch der hochwertigste Kühlschrank ist nutzlos, wenn er zu warm eingestellt ist. Gerade in den Sommermonaten ist deshalb darauf zu achten, dass eine Temperatur von sieben Grad Celsius gewährleistet ist. Natürlich empfiehlt es sich auch zu anderen Jahreszeiten mit einem Thermometer nachzumessen und so auf Nummer sicher zu gehen.

 

Hände weg vom Mettigel!

Das Mittel gegen Keime auf dem Fleisch ist denkbar einfach, weil naheliegend. Denn durch gutes Durchbraten lässt sich das Keimproblem auf unkomplizierte Art und Weise lösen. „Spezialitäten" aus rohem Fleisch, wie etwa der Mettigel, sind hingegen überaus risikoreich. So geht die Mehrzahl an Infektionen durch enterohämorrhagischen Kolibakterien auf das Konto rohen Hackfleisches. Während Erwachsene eine Erkrankung meist folgenlos überstehen, können Kinder mitunter schwere Nierenschädigungen davontragen. Antibiotikaresistente Keime können entstehen, wenn Mastvieh regelmäßig mit niedrig dosierten Medikamenten behandelt wurde. Landet jenes als rohes Fleisch in der Küche, wird es zur Gefahr. Denn im Falle einer lebensmittelbedingten Erkrankung wirken manche Antibiotika nicht mehr so, wie sie es eigentlich sollten.

Tückische Schneidebretter

Das Zubereiten von Speisen sollte stets mit dem Ritual des Händewaschens beginnen. Bestehen Schneidebretter aus Holz, setzen sich schnell Keime, beispielsweise von geschnittenem Fleisch, in den feinen Rillen und Rissen in der Oberflächenstruktur fest. Zerteilt man nun Zutaten für einen Salat darauf, nimmt das Drama seinen Lauf, denn im Gegensatz zum Fleisch wird der Salat selbstverständlich nicht erhitzt. Wer mit mehreren Schneidebrettern arbeitet, verringert das Risiko, sollte jedoch auch bedenken, verschiedene Messer zu benutzen und nach getanem Job die Utensilien mit heißem Wasser und Spülmittel zu reinigen. Abhilfe können zudem Schneidebretter aus Glas schaffen.  

Putzlappen häufig tauschen

Putzlappen können innerhalb kürzester Zeit bis zu zehn Milliarden Keime enthalten, was eine eindeutige Gesundheitsgefährdung darstellt, denn mit dem Putzutensil werden die Keime schnell auf die eigenen Hände übertragen und letztlich in der gesamte Küche verteilt. Alle paar Tage sollten sie die Lappen also wechseln, bei 60 Grad waschen oder eine Minute lang in der Mikrowelle erhitzen. Das hält die Keimvermehrung in Grenzen.

Guter Hund!

In der Küche stehende Fressnäpfe stellen indes kein großes Risiko dar. Hundespeichel tötet Keime nämlich besonders gut ab. Sollte ein Kleinkind Bellos Futter-Gefäß hin und wieder als interessanter erachten, als den eigenen Teller, ist das also halb so wild. Denn solange der Hund sich bester Gesundheit erfreut, ist der Napf nahezu frei von Keimen. 

Nützliche Mikroben

Damit keine Missverständnisse entstehen: Nicht alle Mikroben, die an unseren Lebensmitteln haften, sind auch schädlich! Jedes Naturprodukt ist von Kleinstlebewesen besiedelt. Diese sind notwendig, um unser Immunsystem zu trainieren, viele von ihnen sind sogar äußerst nützlich. Denn sie verwandeln Milch in Käse, lassen den Sauerteig aufgehen und sind verantwortlich für das Gären des Bieres. Ohne Keime müssten wir auf etwa ein Viertel aller verarbeiteten Lebensmittel verzichten.

 

Autor: Hendrik Jürgens

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