Gründliches Kauen erspart Magen und Darm
viel Arbeit

In Zeiten von ständiger Erreichbarkeit, Stress und Hektik wird das Essen von vielen Menschen oft nur noch als eine lästige Unterbrechung empfunden. Eine biologische Notwendigkeit, die im Tagesablauf keinen festen Platz mehr einnimmt, sondern schnell zwischendurch erledigt werden muss. Da es schnell gehen soll, wird die Nahrung hastig hinunter geschlungen. Dabei kommt ein wichtiger Aspekt des Verdauungsprozesses regelmäßig zu kurz – das gründliche Kauen.

Die Verdauung unserer Nahrung findet nicht nur im Magen und im Darm statt, sie beginnt bereits im Mund. Beim Zerkauen werden die Speisen mit den Zähnen mechanisch zerkleinert und von der Zunge mit Speichel durchmischt. Auf diese Weise entsteht ein Nahrungsbrei, der leicht durch die Speiseröhre transportiert werden kann. Außerdem lösen im Speichel enthaltene Enzyme bereits die Stärke aus der Nahrung heraus und bauen sie in Zucker um. Daher schmeckt Brot nach sehr langem kauen süßlich. Je gründlicher der Kauprozess durchgeführt wurde, desto leichter kann die Verdauung in Magen und Darm fortgesetzt werden. Es gibt die Empfehlung, jeden Bissen 30-mal zu kauen. Das ist allerdings etwas zu pauschal, denn wie häufig die Nahrung gekaut werden sollte, hängt maßgeblich davon ab, um welche Nahrungsmittel es sich handelt. Festere Lebensmittel wie Fleisch sollten gründlicher und öfter zerkaut werden als beispielsweise weichgekochte Kartoffeln oder Blumenkohl.

Mundgerechte Happen erleichtern den
Kauprozess

Wie gut die Nahrung gekaut wird, hängt auch von der Art und Weise ab, wie die Nahrung aufgenommen wird. Das Stück Pizza gleich auf die Hand mag der ein oder andere vielleicht als praktisch empfinden, es lässt sich aber kaum verspeisen, ohne dabei zu schlingen. Ein Teil des Belags droht hinunterzufallen und wird daher noch mit aufgeschnappt. Der Mund ist viel zu voll, daher rutscht ein großer Teil der Nahrung wenig oder gar nicht zerkaut in die Speiseröhre. Ganz ähnlich verhält es sich bei großen, mehrstöckigen Hamburgern. Wird dagegen in einer stressfreien Umgebung ganz zivilisiert mit Messer und Gabel gegessen, erreichen nur wirklich mundgerechte Happen den Gaumen. Während man damit beschäftigt ist, den nächsten Bissen verzehrfertig auf die Gabel zu manövrieren, bleibt reichlich Zeit, um die bereits im Mund befindliche Nahrung gründlich zu zerkauen.

Nach dem Kauen gelangt der Nahrungsbrei durch die Speiseröhre in den Magen, wo er von Muskeln weiter durchgeknetet wird. Der Magen produziert hochkonzentrierte Salzsäure. Jeder, der schon einmal unter Sodbrennen gelitten hat, weiß, wie ätzend diese Säure ist. Die Salzsäure dient unter anderem dazu, unerwünschte Keime wie Krankheitserreger abzutöten. Wurde die Nahrung jedoch zuvor im Mund nicht sorgfältig zerkleinert, kann die Säure die Keime nur oberflächlich abtöten. Ein Teil der Erreger kann so in den Darm gelangen und Krankheiten auslösen.

Weniger Keime und schlanke Linie durch
gründliches Kauen

Wer sein Essen gut gekaut auf die weitere Reise durch den Verdauungstrakt schickt, leidet weniger unter Völlegefühl oder Magen- und Darmbeschwerden. Außerdem ist gründliches Kauen gut für die schlanke Linie. Der Mechanismus, durch den das Sättigungsgefühl gesteuert wird, ist sehr komplex. Daher braucht es etwas Zeit, um die richtigen Signale auszusenden. Wenn man sein Essen hinunterschlingt, nimmt man mehr Nahrung und damit mehr Kalorien zu sich, als eigentlich nötig. Wer dagegen langsam isst, gibt dem Körper genug Zeit, um zum richtigen Zeitpunkt zu signalisieren: wir sind satt.

 

Quelle: FreeCooks

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