Von links: Musiker Hans Söllner und Meisterkoch Steffen Prase

"Da Sandwichmaker" auch 2013 auf Imbiss-Tournee

 

Zwölf Jahre lang arbeitete Meisterkoch Steffen Prase in der gehobenen Gastronomie und verköstigte Gäste namhafter Restaurants am Tegernsee, in München und London. Nun bereitet er in einem Imbisswagen Sandwiches und Desserts im Joint-Look zu. Doch was zunächst nach einem bitteren Abstieg klingt, ist in Wahrheit eine ungewöhnliche Erfolgsstory, deren Ende noch lange nicht in Sicht ist.

 

Seither begleiten den gebürtigen Coburger zwei Leidenschaften: Kochen und Reggae-Musik. Auf einem Konzert des bayrischen Liedermachers Hans Söllner lernt er 2003 seinen künftigen Mitstreiter Dieter Bumba kennen. Die beiden werden Freunde und beschließen kurz darauf, sich mit einer nichtalltäglichen Geschäftsidee selbstständig zu machen. In einem Imbisswagen (Baujahr 1971) wollen sie durch die Bundesrepublik reisen und auf Reggae-Festivals vegetarische Speisen anbieten.

 

„Euphorisch und naiv" seien sie gewesen, sagt Prase heute. Denn das Konzept, beste Qualität zum kleinstmöglichen Preis (ein Sandwich für einen Euro) zu offerieren, beschert den beiden zunächst nichts als rote Zahlen. Doch die Idealisten geben nicht auf und gehen erneut auf Imbiss-Tournee – diesmal mit überarbeiteter Kalkulation. Als „Da Sandwichmaker" kredenzen sie landesweit exotisch scharfe Snacks mit Habanero-Chili oder Rasta-Reis mit Curry und Paprika auf Palmblatttellern. Zum Nachtisch gibt´s Schokoladen-Tütchen, gefüllt mit Schokomus, Pistazien und Himbeeren. Schon bald macht sich das Duo einen Namen in der Festival-Szene, deren kulinarische Vielfalt sich lange Zeit auf Pizzataschen, Bockwürstchen und Dosenravioli beschränkt hatte.

Mit der Zeit entwickelt sich Prases Anlaufstelle für gesundheitsbewusste Musikfans gar zum Treffpunkt zahlreicher Reggae-Künstler, die das Caribbean-Food dem faden, backstage servierten Catering vorziehen. Die Sänger lassen sich nicht selten zu spontanen Konzerten in oder vor dem mobilen Imbiss hinreißen. Und da viele Artists eh schon „Da Sandwichmaker" in ihren Songs erwähnen, erscheint es Prase nur logisch, das erste Reggae-Kochbuch (112 Seiten) mit beiliegendem Soundtrack auf den Markt zu bringen. In „Moa Fire: Nahrung für die Seele" verrät er nicht nur, wie er seine beliebten Sandwiches zubereitet, sondern präsentiert zudem die vegetarischen Lieblingsrezepte von insgesamt 18 deutschen Reggae-Künstlern. Um das Werk musikalisch abzurunden steuerten jene jeweils einen Song zum „Küchen-Sampler" bei.

Die Einnahmen durch den Kochbuchverkauf helfen dem prinzipientreuen Autor neben Einkünften aus Catering-Engagements „über den Winter zu kommen", denn die Festival-Saison dauert schließlich nur wenige Sommermonate an. „Leben kann ich vom Sandwichverkauf nicht, aber es ist ein super Hobby. Ich komme viel rum und lerne nette Leute kennen", erklärt Prase. Mission ist eben Mission – und diese lautet auch in 2013: „Gutes Essen und gute Musik unter die Leute bringen." Big up!

 

Autor: Hendrik Jürgens

Quelle: www.dasandwichmaker.de

Alle Artikel der Rubrik
»
Über den Tellerrand«.

Verantwortlich für den Inhalt:
Percy Bongers (Chefredaktion)

Copyright © 2018 besserhaushalten