Bis zu fünf Diäten hat jeder Deutsche schon hinter sich –
und nimmt dabei freiwillig großen Stress in Kauf.


Denn: „Unbewusst beschäftigt man sich die ja die ganze Zeit mit dem Thema Essen“, sagt Andreas Knuffmann, Autor von „Deutschland isst... mit Tim Mälzer: Richtig schlank?“.

Das Diäten sogar unsere Gene verändern, legt eine Studie von Tracy Bale von der Universität Pennsylvania nahe. Knuffmann erklärt: „Sie setzte Mäuse auf Diät, die regelmäßig Zugang zu fetthaltiger und normaler Nahrung bekamen, beobachtete ihr Verhalten – und ihre Hirnstruktur. Dort stellte Bale Veränderungen fest, die dazu  führten, dass sich die Mäuse nach der Diät immer auf fetthaltiger Nahrung stürzten.“ So als würden die Tiere für die nächste Hungerperiode vorsorgen wollen – die Erklärung für den Jo-Jo Effekt

Wer es trotzdem auspropieren will: hier vier populäre Diäten im Vergleich:

 

Trennkost | Schlank im Schlaf | Weight Watchers | Die 10 Regeln der DGE

Trennkost – Die richtige Kombination von Lebensmitteln soll für ausgeglichenen Säuren-Basen-Haushalt sorgen

Nach der über 100 Jahre alten Ernährungslehre können eiweißhaltige und kohlenhydratreiche Lebensmittel getrennt besser verbrannt und verwertet werden – darum, so heißt es, sollte man sie nicht gleichzeitig essen. Zwischen den drei Mahlzeiten gilt es außerdem längere Pausen einzuhalten, damit die Verdauung der vorigen Mahlzeit abgeschlossen werden kann. Vorrangig ernährt man sich bei der Trennkost von basischen Lebensmitteln, die möglichst wenig verarbeitet sind, darunter viel Obst, Gemüse und Salat. Nach dem Prinzip des amerikanischen Arztes Dr. William Howard Hay besteht gesunde Ernährung zu 80 Prozent aus solchen Basenbildern und zu nur 20 Prozent aus Säurebildern wie Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Käse, Eiern. Dafür wird bei der Trennkost nicht auf Kalorien oder Mengen geachtet.

Praxis –Check: Verwirrend und nicht jedermanns Geschmack: Viele gewohnte Kombinationen sind nicht erlaubt, etwa Fleisch mit Kartoffeln als Beilage. Es dauert einige Wochen, bis man die Regeln verinnerlicht hat. Wer gern systematisch vorgeht, kann auf diesen Weg sicherlich zumindest kurzfristige Abnehmerfolge erziehlen.

Nachteile: Auch drei große Mahlzeiten können viel Energie liefern – eventuell zu viel. Und die Grundidee der Trennkost ist wissenschaftlich nicht haltbar: Denn Eiweiß und Kohlenhydrahte können problemlos zusammen verdaut werden.

 

Trennkost | Schlank im Schlaf | Weight Watchers | Die 10 Regeln der DGE

Schlank im Schlaf – Eine Abnehmmethode, die disziplinierte Vorarbeit am Tage verlangt

Nach Dr. Detlef Pape ist die erste Säule dieser Diät die Insulin-Trennkost: Sie beginnt morgens mit einem ausgiebigen Kohlenhydrat-Frühstück, damit der Körper Energie für den ganzen Tag bekommt, mittags steht ausgewogene Mischkost auf dem Programm und abends wird komplett auf Kohlenhydrate verzichtet. Mit dieser Taktik soll der Insulinspiegel niedrig bleiben und die Fettverbrennung angekurbelt werden. Wichtig ist, dass zwischen den einzelnen Mahlzeiten jeweils fünf Stunden Zeit liegen, in denen man keinen Bissen ist.  Hält man so das „Dickmacher-Hormon“ Insulin in Schach, kommt die zweite Säule ins Spiel: Bewegung nach dem Biorhythmus. Das heißt, Ausdauertraining vor dem Abendessen, Muskeltraining am frühen Abend. Die Bewegung soll „Schlank-Hormone“ aktivieren, die dann nachts richtig tätig werden.

Praxis–Check: Nach 16 Uhr, wie empfohlen keine Kohlenhydrate mehr zu essen erweist sich für viele als schwierig. Wer z.B. Schulkinder hat, die erst abends mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden, kann ihnen beim Essen zuschauen. Wer trotzdem konsequent durchhält, wird aber mit der Methode wenigstens kurzfristig abnehmen.

Nachteile: „Schlank im Schlaf“ hört sich besser an, als es ist: In Wirklichkeit handelt es sich um eine Ernährungsumstellung in Kobination mit Bewegung. Durch die großen Abstände zwischen den Mahlzeiten kann es häufig zum Hungergefühl kommen.

 

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Weight Watchers – Ein raffiniertes Punktesystem bringt Teilnehmer dazu,
ihre Ernährungsgewohnheiten sukzessive zu verändern

GU Verlag: Weight Watchers. Der 4 Wochen Power Plan

Weight Watchers bietet eine kalorienreduzierte und ballaststoffreiche Mischkost ohne Verbote an. Die Auswahl unterliegt einer Grundregel: Jeder Mahlzeit, jedem Lebensmittel wird eine Weight-Watchers-Punktzahl zugewiesen, die sich aus dem jeweiligen Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydraht- und Ballaststoffgehalt ergibt. Teilnehmer dürfen jeden Tag eine auf sie zugeschnittene Punktzahl „verzehren“, abhängig von Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht. Viele Obst und Gemüsesorten haben null Punkte und man kann von ihnen so viel essen wie man möchte. Empfohlen werden zwei Portionen Milchprodukte, sechs Gläser Wasser und fünfmal Obst und Gemüse pro Tag. Flankiert wird die Diät von den Säulen Bewegung, Verhalten und Unterstützung. Die gibt es je nach Wahl entweder in regionalen Gruppen oder vom Onlineprogramm.

Praxis –Check: Kennt man seine individuelle Punktzahl und die Bewertung der Lebensmittel, ist alles sehr übersichtlich: Lästiges Kalorienzählen entfällt. Die große Rezeptauswahl beinhaltet auch einfache Grundrezepte. Vorteil Flexibilität: Steht ein Familienfest bevor, lassen sich schon vorher Punkte „einsparen“. Nachhaltig gut für gesellige Abnehmer.

Nachteile: Für die Mitgliedschaft und die Teilnahme am Onlineprogramm fallen Gebühren an (Treffen: ab 39 Euro pro Monat, online: ab 59,95 Euro für die ersten drei Monate). Die speziellen WW-Lebensmittel (u.a. Fertigprodukte) sind nicht immer empfehlenswert.

 

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Die Zehn Regeln der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) – Keine Diät im herkömmlichen Sinn, sondern grundsätzliche Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise

Die Zehn Regeln der DGE als Download.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat zehn Regeln für vollwertiges und gesundes Essen formuliert: 1. vielseitig und abwechslungsreich essen, 2. reichlich Getreideprodukte (Brot, Nudeln, Reis) sowie Kartoffeln zu sich nehmen, 3. fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, 4. täglich Milch und Milchprodukte verzehren, außerdem ein- bis zweimal pro Woche Fisch- dafür Fleisch, Wurstwaren und Eier in Maßen, 5. wenig Fett essen, beim Kochen pflanzliche Öle und Fette (Raps- und Sojaöl) bevorzugen, 6. Zucker und Salz in Maßen, 7. reichlich Flüssigkeit trinken, am besten Wasser, 8. schmackhafte und schonende Zubereitung: Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen garen, 9. sich Zeit nehmen und genießen, um das Sättigungsempfinden zu fördern, 10. in Bewegung bleiben (30 bis 60 Minuten am Tag).

Praxis –Check: Das Regelwerk wirkt auf den ersten Blick sehr umfangreich, beinhaltet aber letzlich einfache Grundregeln einer ausgewogenen Ernährung, die im Alltag mit wenig Aufwand umzusetzen sind. Weil es keine Diät im herkömmlichen Sinn ist zielt der Ernährungsplan nicht auf schnellen Erfolg ab, sondern auf eine kontinuierliche Umstellung.

Nachteile: Einige Regeln sind sehr allgemein gehalten – was etwa bedeutet „in Maßen“? Hier muss jeder selbst definieren. Das kann gerade bei Zucker zum Problem werden, weil vielen Menschen nicht bewusst ist, in wie vielen Lebensmitteln versteckte Süße enthalten ist.

 

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