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Wenn Hering genauso teuer wäre wie Hummer, dann gälte auch er als Delikatesse", konstatierte einst der stämmige Reichskanzler, dessen Name dank einer säuerlich zubereiteten Fischspeise nach wie vor in aller Munde ist. Die Rede ist natürlich von Fürst Otto von Bismarck – Staatsoberhaupt und Zeit seines Lebens außerordentlicher Genussmensch, was man dem 1,90 Meter großen Politiker durchaus ansehen konnte.

 

Ein bekannter Ausspruch des „Eisernen Kanzlers" lautet: „Ich kann keinen ordentlichen Frieden schließen, wenn man mir nicht ordentlich zu essen und zu trinken gibt." Was Letzteres angeht, bevorzugte er Wein, Sekt und Champagner. So handelt es sich beim „Fürst von Bismarck-Sekt" auch um einen vom Kanzler persönlich in Auftrag gegebenen Tropfen. Der Historiker Golo Mann, Sohn von Thomas Mann, porträtierte den ersten Staatsmann Europas wie folgt: „Er war groß und in seiner Jugend schlank, wurde aber später dick, da er ungeheuer viel aß und trank, sodass seine ausdrucksvollen Rundaugen den feuchten Glanz annahmen, den der Alkohol verursacht."

 

So zeigt sich der Charakter Bismarcks durchaus ambivalent. Einerseits hatte er auf der politischen Bühne die Zügel fest in der Hand und prägte Ende des 19. Jahrhunderts die Politik des deutschen Reiches wie kein Zweiter. Auf der anderen Seite neigte er privat zum maßlosen Verzehr von Gaumenfreuden und, sagen wir mal, kulinarischen Verfehlungen. So sollen ihn Zeitzeugen 1878 auf dem Berliner Kongress beobachtet haben, wie er sich mit der einen Hand Krabben in den Mund stopfte und mit der anderen Kirschen. Bismarcks Leibarzt berichtete, der Politiker esse nicht selten 16 Eier zum Frühstück. Jener Mediziner war es dann auch, der dem Kanzler eines Tages einen Lebenswandel ans Herz legte und eine Heringsdiät verordnete.

 

Hering jetzt frisch genießen!

 

Einst als Armeleute-Essen abgetan, entwickelte sich der Hering mit der Zeit zum beliebtesten Fisch der Deutschen. Und das nicht nur, weil er als wohltuendes Katerfrühstück nach feuchtfröhlichen Partynächten gehandelt wird. Nein, Bismarck hatte einfach Recht. Der Hering schmeckt halt lecker!

 

 

Hauptfangzeit des Herings ist von Anfang Februar bis Ende Mai, womit dieser Tage beste Voraussetzungen herrschen, ihn besonders frisch zuzubereiten. Auf welche Art und Weise dies geschieht, bleibt jedem selbst überlassen, denn der Hering kann äußerst vielseitig genossen werden. Egal, ob Salz, Öl, Essig, rote Bete, Gürkchen, Eier, Zwiebeln, Sahne oder Aspik – alles geht, nichts muss. Der berühmte Bismarckhering zum Beispiel wird in einem Essig-Salz-Bad mariniert und anschließend zusammen mit Gewürzen eingelegt. Der nicht minder bekannte Rollmops besteht aus einer in Essig marinierten Heringshälfte, die um eine Essiggurke gerollt ist. Beim Brathering handelt es sich um einen grünen Hering, der paniert, gebraten und in Essig eingelegt wird. Matjes sind gekehlte Jungfische, die noch vor der Laichreife gefangen werden.

 

Doch noch einmal zurück zum altmärkischen Junker. Nachdem Otto von Bismarck seine Heringsdiät mit Erfolg zum Abschluss gebracht hatte, ließ er verkünden: „Diese Heringe haben mich gesund gemacht". Und als hätte der Visionär und Gründer des Deutschen Reiches in die Zukunft blicken können, prognostizierte er: „Der Bismarckhering wird mir Unsterblichkeit schaffen". Er sollte Recht behalten.

 

Autor: Hendrik Jürgens

 

Schmackhafte Rezepte rund um den Hering gibt es hier:

Brathering

Bismarckheringsalat

Rollmops

Matjes nach Hausfrauenart

 

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