Kaffeepflanzen vertragen weder zu viel Hitze oder Sonne, noch viel Wind und auch keinen Frost. Sie benötigen ein ausgeglichenes Klima ohne große Temperaturextreme bei einer Durchschnittstemperatur zwischen 18 und 25 °C. Kaffeepflanzen benötigen einen Wasserbedarf von 250 bis 300 mm Niederschlag pro Quadratmeter pro Jahr, weshalb die jährliche Niederschlagsmenge 1500 bis 2000 mm betragen muss. Bei unter 1000 mm/a wird bewässert, bei unter 800 mm/a wird Kaffee gar nicht erst angebaut. Kaffee, der in Hochlagen über 1200 m über dem Meeresspiegel wächst, ist besonders aromatisch und gilt als Qualitätskaffee (Hochlandkaffee).


Kaffee wird meistens durch die Samen, also die Kaffeebohnen, vermehrt. 8 Wochen nach der Fruchtreife haben sie die höchste Keimfähigkeit. Ca. 6 Wochen nach der Saat erscheinen die ersten Blätter des Keimlings. Die Jungpflänzchen werden anschließend in Behälter umgepflanzt und in Pflanzschulbeeten weiter kultiviert. Wenn die Kaffeepflänzchen 8 Monate alt sind, werden sie in die Plantage gepflanzt, je nach Sorte in Abständen von 1 bis 4 m. Der Ertrag ist im Alter von 3 bis 5 Jahren optimal und bleibt 10 bis 20 Jahre maximal, danach sinkt er.


Geerntet wird einmal, in manchen Gebieten auch zweimal im Jahr. Auf der Nordhalbkugel von September bis Dezember, auf der Südhalbkugel von April bis August. Die Ernte kann zwischen 10 und 12 Wochen betragen, da die Früchte eines Strauches unterschiedlich lang für die Reifung benötigen. Bei der „Picking-Methode“ wird selektiv per Hand gepflückt, so werden nur die reifen Früchte geerntet und man erzielt die beste Qualität. Bei der „Stripping-Methode“ muss eine geringere Qualität in Kauf genommen werden, weil alle Früchte unabhängig von ihrem Reifegrad mit der Hand oder mit Maschinen abgestreift werden.

 

Nach der Ernte werden die Kaffeebohnen gereinigt, sortiert und geröstet. Hierbei sind Dauer und Temperatur entscheidend. Die Dauer beeinflusst die Kaffeesäure, die je nach Sorte und Ursprungsland unterschiedlich ist. Während der Röstung werden unerwünschte Säuren abgebaut, daher sind langsam dunkel geröstete Espressobohnen in der Regel säureärmer als hell geröstete Bohnen. Durch die Hitze entstehen aus Zucker und Eiweiß aromatische Verbindungen. Bei längerer Röstung treten Öle aus den Bohnen aus. Sie tragen zum Aroma bei und geben den Bohnen zudem einen feinen Glanz, wie es z.B. bei Espressobohnen der Fall ist. Kaffee schmeckt frisch geröstet am besten und verliert bereits nach kurzer Zeit sein Aroma. Nach Abschluss der Röstung müssen die Bohnen schnell abgekühlt und möglichst direkt verpackt werden.

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