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Küchenformen

Für welche Form man sich
entscheidet, hängt von den
Raumverhältnissen ab. mehr...

Bei Gelegenheit im Trend: Hochwertiges Essen für Gourmands,
Locavores und Vernünftige

Sie stehen am Straßenrand. Mittags oder am Abend, oft bis spät in die Nacht. Und Sie machen ganz offensichtlich Menschen jeglicher Herkunft, Nationalität und sozialem Stand glücklich. Anwohner, Passanten, Berufstätige auf dem Nachhauseweg, Schüler und Studenten, ganze Familien pilgern am Abend in die Straßen, an deren Fahrbahnrand aufgereiht sich die brummende Inkarnation von Feierabend und Wohlbefinden einfindet: Foodtrucks.

Mit Gefährten, die nicht selten eine lange und beschwerliche Vergangenheit als Lieferfahrzeuge eines Paketdienstes hinter sich haben und die hierzulande vermutlich an einer jeden städtischen „Umweltzone“ scheitern würden, bringen junge Gastronomen mit kreativen Ideen, oft Familienrezepten und viel persönlichem Einsatz schon seit über einem Jahrzehnt das Gemeinschaftsgefühl zurück in die anonymen Großstädte der USA – allen voran Los Angeles und New York, den Geburtsstätten dieses unkonventionellen Gastro-Trends. Die jeweiligen Standorte ihrer Trucks geben die Betreiber dabei in Echtzeit über die sozialen Medien bekannt, vorwiegend Facebook und Twitter. Das baut treue Fangemeinden und entschärft den Wettbewerb – denn wer kann schon mehrere Hundert Profile je Stadt gleichzeitig im Blick behalten und dabei noch einer anderen geregelten Tätigkeit nachgehen?

Die Ausläufer der Foodtruck-Bewegung schwappten jüngst auch nach Europa herüber, seit begeisterte Reisende immer öfter das Fehlen vergleichbarer Angebote in Ihrer Heimat beklagen

Als erste griff dann, wie bei so vielen internationalen Trends, die größte und wohl auch internationalste europäische Metropole den Trend auf: London. Wo auch in Europa die Restaurantmieten den Preis für ein einfaches Mittagessen in bisweilen realitätsferne Dimensionen steigen lassen und die Kosten für gastronomische Neugründungen immer mehr junge, kreative Küchenchefs ausbremsen, hat sich das Essen auf den kuriosen Rädern bereits über mehrere Jahre hinweg, u.a. bereichert um den Gedanken der Authentizität und Nachhaltigkeit (a.k.a. „Artisan Food“) durchgesetzt und die Zahl der Anbieter von Essen alla »Cart« (engl. für „Wagen“, „Karren“) strebt 2015 auf einen ersten Höhepunkt zu.

Die Auflistung der größten deutschsprachigen Übersicht „Foodtrucks Deutschland“ beinhaltet derzeit
61 Anbieter im Bundesgebiet, der rheinhessische Bürgerportal-Planer Urban Hotbed kommt in seinem (kostenlosen) Foodtruck-Fahrplan für das Rhein-Main-Gebiet alleine für diese Region auf mehr als ein Dutzend Fahrzeuge.


Natürlich hat ein so breites, mobiles Angebot an Mahlzeiten von bio-veganer, über fettig-herzhafte, bis zu gehobener Gourmet-Küche
nicht nur Freunde

Während sich viele Einzelhändler, insbesondere in den B-Lagen und Außenbezirken der Städte über den zusätzlichen Publikumsverkehr rund um die Verkaufs-Standorte der Foodtrucks sehr freuen und teilweise sogar ihre Öffnungszeiten den Mahl-Zeiten der Foodtruck-Jünger anpassen, plagt viele alteingesessene Gastronomen die Angst vor Umsatzrückgängen. Wirklich zu treffen scheint es jedoch in erster Linie die Lieferdienste, deren Umsätze nach eigenen Angaben um stellenweise bis zu 30% nachgeben, deren Sortimente jedoch oft austauschbar sind und die im Gegenzug – anders als Restaurants – nicht mit Faktoren wie Service oder Ambiente punkten können. Aber auch manche Kneipe, deren „Alleinstellungsmerkmal“ im wesentlichen im Mangel an Alternativen für die Gäste bestand, wehrt sich vehement gegen die neue Konkurrenz. Mit Erfolg: Da die die Foodtruck-Betreiber ihren Firmensitz meist in steuergünstigeren Gemeinden auf dem Land haben, vertreten die örtlichen Behörden im Verkaufsgebiet in der Regel die Standpunkte ihrer Wähler und Steuerzahler und erlassen entsprechende Standort-Verbote. Doch auch das kann Foodtruck-Betreiber hierzulande nicht schrecken: Sie haben ohnehin mit weitaus mehr Widrigkeiten zu kämpfen als ihre amerikanischen Vorbilder.

In amerikanischen Städten reicht nach der Prüfung durch die Gesundheitsbehörden und der Zulassung für ein bestimmtes Gebiet in der Regel ein gültiges Parkticket, um den Truck am Straßenrand betreiben zu können, was den Ortswechsel je nach Tageszeit und Geschäftslage recht einfach gestaltet. In Deutschland dagegen, muss normalerweise für jeden einzelnen Standort bereits im Voraus eine Genehmigung vorliegen – Erteilung eher ungewiss. Das zwingt die Anbieter, außerhalb von Volksfesten, Ihre Trucks meist auf Firmengrundstücken zu parken, was – je nach Nachfrage und Interesse der Mitarbeiter des betreffenden Unternehmens – signifikante Standgebühren mit sich bringt, die nicht selten die Preise der einzelnen Gerichte steigen lassen. Das ist jedoch alles vergessen, wenn am Ende eines langen Tages der Truck-Betreiber erfreut das „ausverkauft“ Schild über die Theke hängt und ihm eine immer größer werdende Schar begeisterter Gäste satt und glücklich zuprostet.

Für den Sommer 2015 sind in nahezu jeder größeren Stadt in Deutschland Foodtruck-Events geplant und eine immer größere Zahl an Interessierten lässt auch die Zahl und Vielfalt der Anbieter stetig wachsen

Den passenden pop-kulturellen Hintergrund bringt ab heute der »Chef« (auf Deutsch lustigerweise „Kiss the Cook“) in die Kinos – ein Foodtruck-Film von »Iron Man«-Regisseur Jonathan Favreau, der in Star-Besetzung, u.a. mit Scarlett Johansson, Dustin Hoffman und Robert Downey Jr. auf humorvolle Weise den Werdegang eines Foodtruck-Unternehmers beschreibt. Der von Latin-Jazz geprägte Soundtrack liefert das erforderliche Sommer-Feeling gleich dazu.

Jetzt liegt es eigentlich nur noch an den Stadtoberen hierzulande, aus einem inspirierenden Trend für den Sommer (und hoffentlich auch danach…) das Beste für die Entwicklung der einzelnen Stadtquartiere, deren Bewohner, sowie natürlich die vielen Foodtruck-Begeisterten herauszuholen; und nebenbei einen Gastro-Krieg zwischen alteingesessenen Gaststätten und den jung(geblieben) dynamischen Foodtruck-Unternehmern durch intelligente Lenkung zu verhindern. Schließlich haben selbst die feierfreudigsten Studenten von 5 Burger-Trucks nebeneinander ebenso wenig, wie die Betreiber eines Pizza-&-Pasta-Wagens vom Umsatz in einem Ausgeh-Viertel, in dem sich ohnehin eine bezahlbare Pizzeria an die nächste reiht. Und nicht zuletzt hat ein Sterne-Restaurant selbst vor dem heißesten Burrito wahrlich wenig zu befürchten.

Pressemitteilung von: Urban Hotbed
Veröffentlicht auf openPR

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Percy Bongers (Chefredaktion)

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