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Für alle, die es beim Wein schwer und süß mögen

Strohwein ist eine besondere Weinspezialität, die aus rosinierten Trauben gekeltert wird. Für den Süßwein werden die Trauben nach der Lese auf Stroh, Schilfmatten oder auch auf Holzgestellen für einige Monate luftgetrocknet. Die vollreifen Trauben verlieren durch das Trocknen an Flüssigkeit und werden schrumpelig wie Rosinen. Dabei steigt der prozentuale Zuckergehalt. Erst nach diesem Vorgang werden die Trauben sanft gepresst und vergoren. Es entsteht ein schwerer Wein mit einem Alkoholgehalt von rund 14 Volumenprozent, der sehr lange gelagert werden kann. Für einen Liter Wein braucht man rund zehn Kilogramm getrocknete Trauben. Durch den hohen Alkohol- und Zuckergehalt ist Strohwein ein klassischer Dessertwein.

Bereits in der Antike wurden Weine nach diesem Prinzip gekeltert. In Deutschland war die Herstellung von Strohweinen von 1971 bis 2009 verboten. Das Risiko, dass vom Stroh gesundheitsschädliche Bakterien auf die Weintrauben übertragen werden konnten, wurde unter damaligen Bedingungen als zu groß angesehen. Erst seit dem Inkrafttreten der EU-Weinmarktordnung 2009 ist die Produktion von Strohwein wieder erlaubt. Allerdings ist die Bezeichnung "Strohwein" durch die Länder Österreich und Italien geschützt. Hierzulande kommt die edelsüße Spezialität deshalb mit der mosel-fränkischen Bezeichnung "Striehween" in den Handel. Strohwein wird überwiegend in Italien erzeugt, wo er "Vino passito" genannt wird. So ist das Valpolicella-Gebiet bekannt für diese Spezialität.

 

Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

 

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