Jeder 250. Deutsche ist betroffen

Brot, Brötchen, Pizza, Döner, Nudeln, die meisten Soßen, Bier, jegliches Gebäck oder panierte Lebensmittel – alles Dinge, die im Leben eines an Zöliakie erkrankten Menschen den Alltag bestimmen. Denn in all diesen Lebensmitteln sind Spuren von Gluten enthalten.

Jeder 250. Mensch in Deutschland leidet an Zöliakie, einer unheilbaren Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die durch eine Überempfindlichkeit gegen Klebereiweiße, dem sogenannten Gluten, hervorgerufen wird. Eine lebenslängliche glutenfreie Ernährung ist bislang die einzige Möglichkeit, dem Körper nicht weiter zu schaden. Aber was ist Gluten überhaupt? Es handelt sich hierbei um ein Kleber-Eiweiß, das in heimischen Getreidearten wie Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Es sorgt zum Beispiel für die lockere Struktur eines Teigs und wird in der Lebens­mittel­produktion häufig als Binde­mittel einge­setzt, wodurch es sozusagen allgegenwertig ist.

Michael Hegmann kann davon ein Lied singen. Seit einigen Jahren lebt er mit der Diagnose Zöliakie. Früher war er häufig müde und lustlos, zudem traten immer wiederkehrende Magenprobleme auf. Bei einer Blutuntersuchung wurde ihm dann Zöliakie diagnostiziert. Eine Magenspiegelung in Verbindung mit sogenannter Dünndarmbiopsie bestätigte den Befund. „Es ist natürlich schwer, die gesamte Ernährung von heute auf morgen komplett umzustellen, vor allem in der Anfangszeit, in der man noch nicht genau weiß, was man essen darf und was nicht“, berichtet Hegmann.

Da schon Spuren von Gluten ausreichen, um den Körper von Zöliakie-Kranken zu schädigen, müssen Betroffene eigentlich immer selber kochen oder im Restaurant mit dem Koch absprechen, das garantiert keine glutenhaltigen Lebensmittel verwendet werden. Sollte ausversehen doch mal ein solches Produkt verzehrt werden, kann dies außerordentlich unangenehme Folgen haben. Magenbeschwerden und heftiger Durchfall sind keine Seltenheit, außerdem wird der Körper auf Dauer geschädigt.

Wie bewältigt der 29–jährige Hegmann also seinen Alltag? „In verschiedenen Supermärkten oder Bioläden gibt es besondere, glutenfreie Lebensmittel, mit denen ich mich regelmäßig eindecke“, erzählt er besserhaushalten.de. Dazu gehören beispielsweise spezielles Brot, Nudeln oder Soßen. Ansonsten bleibt Hegmann die Möglichkeit, auf Lebensmittel zurückzugreifen, die von Natur aus frei von Klebeeiweißen sind. Dazu zählen jegliches Obst und Gemüse, unbehandeltes Fleisch oder Fisch. Auch Kartoffeln und Reis stehen auf dem Speiseplan eines Zöliakie-Kranken.

Nichtdestotrotz haben es Glutenintolerante nicht leicht. Zu groß sind die Einschnitte ins Leben der Betroffenen. So können jene eben nicht spontan zum Imbiss oder zum Bäcker gehen. Das Essen bestimmt geradezu ihren Tagesablauf. Als Hegmann seine Diagnose erfuhr, sei er vor allem auch mental angeschlagen gewesen, doch das habe sich zum Glück gelegt. „Momentan fühle ich mich recht fit, doch ich glaube nur, weil ich sehr genau auf meine Ernährung achte“, so Hegmann. Mit ein paar Einschränkungen und guter Planung könne er jedoch ein fast ganz normales Leben führen.

 

Autoren: Patrick Truschkowski & Hendrik Jürgens

 

Quelle: www.test.de

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