Ein Kommentar von Hendrik Jürgens

 

Laut Ernährungsexperten ist es denkbar einfach, sich gesund zu ernähren. Wenig Fett, Zucker in Maßen, Vollkornbrot, etwas helles Fleisch, natürlich Fisch und vor allem viel Obst und Gemüse. Doch was heißt eigentlich viel? Der Volksmund sagt: „Fünfmal am Tag eine Hand voll Obst und Gemüse". Doch ist dieses Ziel in unserer schnelllebigen Welt überhaupt umsetzbar? Viele sagen „Nein", und auch ich hege so meine Zweifel.

 

Natürlich ernähre ich mich gesund, doch gehe ich mit mir streng ins Gericht, muss ich zugeben, dass ich in der Regel nicht auf die empfohlenen „fünf Hände" am Tag komme. Hin und wieder habe ich sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich nach dem Mittagessen lieber zu einem süßen Dessert statt zu einem gesunden greife. Und ehrlich gesagt, war ich mir lange Zeit zumindest unsicher, was alles zur offiziellen „Obst- und Gemüse-Rechnung" hinzuzuzählen ist.

 

Die Kampagne „5 am Tag" ist eine unter der Schirmherrschaft der EU stehende Initiative. Sie definiert dies wie folgt: „Als eine Portion gilt das, was in eine Handfläche passt. Beispielsweise eine Handvoll Spinat, ein Apfel, ein Pfirsich oder eine Knolle Fenchel". Dabei müsse man das Obst und Gemüse nicht unbedingt roh verzehren. „Auch die gehackten Tomaten auf den Spaghetti, die Auberginenfüllung einer Lasagne oder ein Glas Saft zählen als jeweils eine Portion". Sogar Trockenfrüchte und Nüsse seien inbegriffen. Jene Definition relativiert die Messlattenhöhe zwar erheblich, doch warum brauchen wir eigentlich „fünf Portionen"? Die Antwort liegt, wie sollte es anders sein, auf der Hand: Vitamine, Vitamine, Vitamine. Bei jenen handelt es sich um chemische Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann, aber unbedingt braucht. Und die größte Menge dieser Stoffe befindet sich eben in Obst und Gemüse. „Wer viel Obst und Gemüse isst, bleibt schlank, erkrankt seltener an Herzproblemen, Bluthochdruck und Diabetes, und hat ein sehr viel geringeres Krebsrisiko, da Vitamine als ‚Radikalfänger‘ wirken", heißt es auf der Website von „5 am Tag".

 

Die benötigten Vitamine in Pillenform zu konsumieren ist, laut der Kampagne, keine sinnvolle Lösung. „Vitamine, die mit Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden, haben nicht den gleichen gesundheitsfördernden Effekt wie Vitamine aus natürlichen Nahrungsmitteln." Eine zu hohe Supplementierung von Vitaminen stelle vielmehr ein Gesundheitsrisiko dar. Wenn wir mal ehrlich sind, macht es ja auch keinen Spaß, Pillen zu schlucken. Mich persönlich erinnert das zu sehr ans Kranksein. Und außerdem schmecken die meisten „Süßigkeiten der Natur" ja auch recht gut.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich sollte mich in Zukunft bemühen, noch häufiger zur Obstschale zu greifen. Denn allein, sich mit dem Thema zu befassen, wirkt auf mich wie ein „Reminder". Und, wenn es Ihnen genauso geht, sehe ich meine gute Tat für heute als erledigt an. In diesem Sinne: Die Redaktion wünscht ein hoffentlich vitaminreiches Jahr 2013!

 

Autor: Hendrik Jürgens

Quelle: www.5amtag.de

 

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