Verbraucher schätzen Qualität von Lebensmitteln: Hoher Anspruch, große Skepsis

Beim Lebensmitteleinkauf achten deutsche Verbraucher immer mehr auf die Qualität. Die wichtigsten Aspekte sind dabei Geschmack, Sicherheit, Gesundheit und Nachhaltigkeit. So lautet ein Fazit der aktuellen Studie "Das is(s)t Qualität", für die mehr als 1.600 Verbraucher zu ihrem Ernährungsverhalten befragt wurden. Zusätzlich wurden Interviews mit Meinungsführern und Experten aus deutschen Handelsunternehmen durchgeführt.

 

Für die meisten Deutschen spielt nach der Studie die Qualität der Lebensmittel (58 Prozent) beim Einkauf eine größere Rolle als der günstige Preis (51 Prozent). Jeder vierte Verbraucher zählt sogar zur Gruppe der "Quality Eater", die besonders hohe Ansprüche an die Qualität haben. Die Lebensmittel müssen gut schmecken (89 %), sicher und gesund sein (je 92 %) und Nachhaltigkeitsaspekte wie eine artgerechte Tierhaltung erfüllen (81 %). "Quality Eater" sind vor allem Frauen (62 %), älter als 30 Jahre, in der Regel überdurchschnittlich gebildet, verfügen über ein höheres Haushaltseinkommen und geben vergleichsweise viel Geld für Nahrungsmittel aus. Sie kaufen gerne auf dem Wochenmarkt und im Hofladen ein. Frische, Natürlichkeit, Regionalität, Saisonalität und Bio sind ihnen beim Einkauf wichtig.

 

Obwohl die Qualität eine immer wichtigere Rolle spielt, hat die Mehrheit der Verbraucher Schwierigkeiten bei der Auswahl von hochwertigen Produkten. Vor allem die Qualität von verpackter Ware wie Fertigprodukten, Tiefkühlkost sowie Wurst und Käse aus dem Kühlregal lässt sich offenbar schwer einschätzen. Für zwei Drittel der Konsumenten liegen die Ursachen für Qualitätsmängel vor allem in Anbau, Aufzucht und Verarbeitung. Die Bedeutung von Transport und einer möglichen Unterbrechung der Kühlkette werde hingegen unterschätzt.

 

Trotz dieser Unsicherheiten wird die Qualität der Nahrungsmittel von 76 Prozent der Verbraucher generell als gut bis sehr gut beurteilt. Nach Ansicht der Befragten liegt die Hauptverantwortung für die Produktqualität bei den Herstellern, denen jedoch nur 17 Prozent vertrauen können. Die staatlichen Lebensmittelkontrollen werden von jedem zweiten Konsumenten eher skeptisch gesehen. Summa summarum ist der Anspruch an Lebensmittel extrem hoch, die Verantwortung der Qualität liegt laut der Befragten aber in der Produktionskette.

 

Autorin: Heike Kreutz, www.aid.de

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