Pig-Cam und Online-Metzgerei

Durchschnittlich verspeist jeder Deutsche in seinem Leben 1.094 Tiere: Vier Rinder, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Dies besagt der so genannte „Fleischatlas". Dabei handelt es sich um eine umfangreiche Datensammlung der Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Zeitung „Le Monde Diplomatique".

 

Die Deutschen lieben Fleisch. Betritt man einen Supermarkt, dauert es nicht lang und man steht vor einer ganzen Wand aus Wurstwaren. Die Kühlung brummt ihr monotones Lied. Und in den üppig gefüllten Regalen liegen akkurat verpackt Schinken, Salami und Geflügelwurst. Etwas für´s Auge! Daran, dass es sich bei den angepriesenen Produkten einst um Lebewesen gehandelt hat, erinnert hier wenig. Außer vielleicht die Gesichtsmortadella.

 

Dass es auch anders geht, demonstrieren die Macher von www.MeinekleineFarm.org. Ihre Botschaft: Fleischkonsum ist völlig in Ordnung, solang er bewusst und respektvoll vonstattengeht. Diese Message wollen Dennis Buchmann, Bernd Schulz und Hanno Offen mithilfe ihrer Website unters Volk bringen – und das auf originelle Art und Weise. So erhalten Besucher der Homepage die Möglichkeit, sich näher mit den Schweinen ihres Ökobauernhofes zu beschäftigen, während im Online-Shop die Wurstwaren der Nutztiere bereits vorbestellt werden können.

 

„Wir wollen zeigen, dass hinter jedem Fleisch auch ein Gesicht steckt. Das regt den Fleischesser vielleicht zum Nachdenken an", erklärt Buchmann. Als politisch wie ethisch problematisch empfindet er die Geschichte der Massentierhaltung sowie die einhergehende Verantwortung. „Muss die Politik Gesetze erlassen, um den Hersteller zu freundlicheren Methoden zu zwingen? Liegt es in der Verantwortung der Politik, dem Verbraucher transparent zu machen, wie das konventionelle Fleisch im Discounter hergestellt wurde? Oder ist der Verbraucher Schuld, dass er es eigentlich gar nicht wissen will?", hinterfragt der rührige Initiator.

 

Auf www.MeinekleineFarm.org wird kein Hehl aus dem Schicksal der Freilandschweine gemacht. Kurze Steckbriefe informieren über Geburtsdatum, Gewicht und Schlachttermin der rosa Borstentiere. Bildgalerien zeigen, wie die Tiere unter freiem Himmel unbekümmert im Schlamm wühlen. Und dank Webcam kann die ganze „Sauerei" sogar via Live-Stream verfolgt werden. Allerdings währt so ein Schweinedasein auch auf dem Ökobauernhof nicht ewig. Schließlich handelt es sich bei den Farmbewohnern um Nutztiere, die letztlich zu Knoblauchmett, Leberwurst und Sülze verarbeitet werden.

 

Jene Erzeugnisse können im Online-Shop von www.MeinekleineFarm.org erworben werden. Vor dem Versand erhält die Wurst noch ein (reales) Gesicht, denn jedes Produkt wird mit einem Bildnis des jeweiligen Herkunftsschweines versehen. Der ein oder andere mag dies befremdlich finden, doch es lässt sich nicht abstreiten, dass jenes Vorgehen dem Konsumenten deutlich vor Augen führt, dass Fleisch eben nicht an Bäumen wächst.

 

Autor: Hendrik Jürgens

Quelle: www.MeinekleineFarm.org

 

Einen Kommentar zum Thema Fleischkonsum“ lesen Sie hier: Fury in aller Munde

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