Stiftung Warentest untersucht 21 Vollwaschmittel

Voll­wasch­mittel sollen Flecken, Schmutz und Schweiß gut lösen sowie Grau­schleier verhindern. Das gelingt nicht allen, auch nicht allen mit bekannten Marken­namen. Nur 11 von 21 geprüften Pulvern sind gut, darunter güns­tige Eigenmarken des Handels. Zum ersten Mal seit Jahren im Test dabei: Pulver aus großen Wasch­mittel­kartons. Der Test zeigt: Kompakt­pulver aus der Kunst­stoff­tüte waschen meist besser als Pulver aus dem Karton, auch wenn sie von derselben Marke stammen. Ein als Neuheit geprüftes Gelkissen von Persil fällt durch.

Millionen Kunden kaufen große Wasch­mittel­pakete. Je nach Marke und Zahl der Wäschen pro Packung kann so ein Karton mehr als 6 Kilogramm Pulver enthalten. Ihr Erfolg liegt wohl auch darin begründet, dass sie verglichen mit Kompakten der gleichen Marke oft einige Cent pro Wasch­gang sparen. Echte Schnäpp­chen sind sie nicht, denn markengleiche Kompakt­pulver waschen sauberer. So ist Ariel Actilift Compact Testsieger, das XXL-Pack Ariel Actilift bekam nur ein befriedigendes Urteil. Nur zwei von acht geprüften Pulvern aus großen Kartons erhalten ein Gut. Fünf weitere liegen im Mittel­feld. Das Pulver im XL-Pack von Lenor kassiert im Test sogar ein Mangelhaft: Die Wäsche wird nicht richtig sauber, sondern vergraut. Von 13 geprüften Kompakt­mitteln schneiden dagegen neun gut ab, drei befriedigend, eins ist ausreichend.

Waschmitteldosierung deutlich gesunken

Auch wenn sie im Vergleich mit den Kompakten meist schlechter abschneiden: Die heutigen Pulver aus der Groß­packung sind meist besser als Jumbos der vergangenen Jahr­zehnte und enthalten konzentriertere Wirk­stoffe. Seit 1975 ist die Wasch­mittel­dosierung von durch­schnitt­lich 275 Gramm auf 55 bis 75 Gramm gesunken. Das Pulver für einen Wasch­gang wiegt damit zwar zum Teil sogar weniger als die Kompakt­pulverdosis. In Milli­litern gemessen kommt davon aber nach wie vor mehr in die Maschine. Grund: Die leichteren Wasch­mittel aus dem Papp­karton haben meist mehr Volumen als ein sogenanntes Kompaktat.

Waschleistung bei Großpackungen schwächer

Pulver aus Groß­kartons enthalten bis zu 40 Prozent Natrium­sulfat. Das Salz soll nur dazu dienen, dass die Pulver trocken bleiben und aus den Mess­bechern rieseln. Zum Wasser­enthärten verwenden die Hersteller für diese Pulver güns­tigere und weniger effiziente Stoffe als bei Kompakt­mitteln, oft auch geringere Mengen an wasch­aktiven Substanzen und Enzymen. Das führt im Test dazu, dass ihre Wasch­leistung schwächer ist als die ihrer kleinformatigen Namens­vetter. Ein weiteres Plus der Kompakten: Wegen ihres kleinen Formats ist der Aufwand für Verpackung und Trans­port pro Wasch­ladung geringer als bei den Groß­paketen.

Neues Gelkissen fällt durch

Als Neuheit mitgeprüft: Gelkissen der Marke Persil. In der Werbung verspricht Anbieter Henkel: „Duo-Power für perfekte Reinheit und strahlend weiße Wäsche.“ Das sind Qualitäten, die ansonsten Voll­wasch­mittel­pulver auszeichnen. Die 32 Cent pro Wäsche teuren Gelkissen kommen mit der Wäsche in die Trommel. Sie über­zeugen aber weder in der Schmutz­entfernung noch gegen Flecken. Ihre Wasch­kraft ist schwach, die Textilien vergrauen. Das test-Qualitäts­urteil lautet mangelhaft.

Vollwaschmittel arbeiten nicht farbschonend

Einen Vorteil hat das leistungs­schwache Persil Duo-Caps Universal allerdings. Es schont Farben besser als die meisten Voll­wasch­mittel im Test. Wie alle Flüssig­wasch­mittel muss es ohne Bleich­mittel auskommen. Von Voll­wasch­mitteln ist in der Regel wenig Farb­schonung zu erwarten. Bereits nach einigen Wäschen lassen ihre Bleich­mittel Buntes meist blass, Schwarzes manchmal braun aussehen. Ihre optischen Aufheller für ein brillanteres Weiß verändern zudem Pastell­töne. Wenn Wäsche sauber werden und Weißes weiß bleiben soll, sind gute Pulver dagegen kaum zu schlagen.

 

Quelle: Stiftung Warentest

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