Immer mehr Verbraucher ärgern sich über Luftpackungen

Ob Chipstüten, Umkartons von Müslis oder Dosen für Instantbrühen – Lebensmittelverpackungen täuschen oft mehr Inhalt vor, als sie tatsächlich enthalten. Die zahlreichen Beschwerden, die bei den Verbraucherzentralen und auf dem Portal www.lebensmittelklarheit.de zu Luftpackungen eingehen, zeigen, wie sehr sich Verbraucher über die Verpackungstricks der Lebensmittelindustrie ärgern. Die Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlicht auf ihrer Internetseite regelmäßig Beispiele aktueller Luftpackungen und fordert klarere gesetzliche Regelungen.

„Viele Hersteller nutzen die hohen Toleranzen im Gesetzestext aus, um Kasse zu machen“, so Claudia Michehl von der Verbraucherzentrale Hamburg. Operiert wird mit doppelten Böden, dicken Wänden, unverhältnismäßigen Luftpolstern, der geschickten Platzierung von Sichtfenstern, sehr großen Deckeln oder schlicht überdimensionierten Kartons und nur zur Hälfte gefüllten undurchsichtigen Dosen. Geschummelt wird außerdem mit zusätzlichen Außenverpackungen, die um einiges größer sind als die Innenverpackungen. So passen laut Michehl beispielsweise bei Tee oft etliche Beutel mehr in den Umkarton.

Gesetzliche Regelungen müssen klarer werden

„Die gesetzlichen Vorgaben sind schwammig und für einen Laien kaum zu durchschauen“, meint Michehl. Als Richtwert für die Beurteilung von Verpackungen gilt die 30-Prozent-Grenze. Ist der Luftanteil größer, lässt dies auf eine Luftpackung schließen. Doch weil es viele Ausnahmen und Sonderfälle gibt, muss jedes beanstandete Produkt im Einzelfall von den zuständigen Eichämtern geprüft werden. „Die Regeln müssen klarer und für Verbraucher leichter nachvollziehbar werden“, fordert Michehl.

Bei der Verbraucherzentrale Hamburg gehen nahezu täglich Hinweise von Verbrauchern zu Luftpackungen ein. „Wir kaufen die Produkte, bewerten und veröffentlichen sie auf unserer Internetseite. Auf diese Weise wollen wir die Hersteller zum Umdenken und Handeln bewegen“, sagt Michehl, „denn Luftpackungen täuschen uns nicht nur über das Preis-Leistungsverhältnis eines Produkts, sondern sie sind auch ein Umweltfrevel, weil sie Ressourcen verschwenden, überflüssigen Verpackungsmüll produzieren und den Transport der Waren weniger effizient machen.“

Eine Bildstrecke mit Produkten, über die sich Verbraucher in den letzten Wochen bei der Verbraucherzentrale Hamburg beschwert haben, ist auf der Internetseite der Verbraucherschützer unter www.vzhh.de veröffentlicht. Wer den Verdacht hegt, eine Luftpackung gekauft zu haben, kann diese über die Internetseite oder die Facebook-Seite facebook.com/vzhh der Verbraucherzentrale Hamburg melden.

Weitere Informationen unter www.vzhh.de.

Quelle und Fotos: Pressestelle Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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