Zweistufiges Tierschutzlabel startet zunächst für
Schweine- und Hühnerprodukte

Ab 2013 wird es im Lebensmittelhandel erstmals Produkte mit dem zweistufigen Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes geben. Der Verband vergibt das Label für Fleisch und Fleischerzeugnisse – zunächst für Produkte von Masthühnern und Mastschweinen – in einer Einstiegs- und einer Premiumstufe. Die Richtlinien des Tierschutz- bundes für die Vergabe des Siegels fordern mehr Platz pro Tier, tiergerechtere Stallbeschaffenheit, Beschäftigungs- und Auslauf- möglichkeiten für die Tiere, kürzere Tiertransporte und eine zuverlässige und schnelle Betäubung.

 

Bestandsobergrenzen sorgen dafür, dass das Label für großindustrielle Tierhaltung nicht erreichbar ist. Zudem schließen die Kriterien den Einsatz von Gentechnik langfristig aus. Das Siegel ist zweistufig aufgebaut. Dies soll das Angebot für Landwirte attraktiver machen und ihnen den Einstieg erleichtern. Bereits bei der Einstiegsstufe liegen die Anforderungen deutlich über den gesetzlichen Regelungen, die Premiumstufe setzt die Kriterien für den Tierschutz nochmals höher an. Interessierten Landwirten bietet der Deutsche Tierschutzbund eine Beratung an. Aktuell findet die Zertifizierung der Höfe statt, die sich bereits beworben und entsprechend den Label-Kriterien umgestellt haben.

Das Wohl der Tiere hat für viele Verbraucher erhebliche Bedeutung. So ergab zum Beispiel eine repräsentative Umfrage vom Frühjahr 2012 zum Kauf von Milchprodukten, dass das Wissen um eine artgerechte Tierhaltung bei drei Viertel der Befragten die Kaufentscheidung beeinflussen würde. Nahezu die Hälfte der Befragten würde für solche Produkte auch einen höheren Preis zahlen.

Die Verbraucherzentrale begrüßt, dass das Siegel Verbrauchern die Möglichkeit bietet, sich beim Kauf für Lebensmittel zu entscheiden, bei deren Produktion dem Tierschutz ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Die Verbraucherzentralen setzen sich allerdings für ein einheitliches Siegel – vergleichbar dem EU- oder deutschen Bio-Siegel – mit rechtsverbindlichen Kriterien der artgerechten Tierhaltung ein.

 

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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