Spätsommer: Saison für heimische Freilandtomaten

Kein Gemüse mögen die Deutschen lieber: Rund 20,6 Kilogramm Tomaten isst jeder von uns pro Jahr. Besonders im Spätsommer lohnt es sich zuzugreifen, denn jetzt schmecken Tomaten am besten.

Rund und rot – so kennt man Tomaten für gewöhnlich. Dabei bieten die botanisch zu den Beeren gehörenden Früchte eine schier unerschöpfliche Sortenvielfalt. Mal rot, mal gelb, mal grün, mal mehrfarbig; klein oder groß, rund oder eiförmig – je nach Quelle geht man von weltweit bis zu 10.000 verschiedenen Tomatensorten aus. Am vielfältigsten werden die Sträucher noch immer in ihrer Heimat Mittelamerika kultiviert. Hier hat der Anbau des leckeren Gemüses eine lange Tradition, die bis circa 200 v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Auch der Name der Tomate stammt von hier: Die Maya nannten die roten Früchte "xitomatl". Zu uns gelangte die Tomate vermutlich schon mit Kolumbus, aber erst ab dem 19. Jahrhundert begann sie sich langsam durchzusetzen. Regelmäßig auf dem Teller landet sie in Deutschland erst nach 1945.

Züchtungen garantieren lange Haltbarkeit

Nur ein winziger Teil der enormen Sortenvielfalt gelangt in unsere Supermärkte. Besonders häufig findet man die mittelgroßen runden Tomaten und die kleinen Cherrytomaten, am Strauch oder lose. Tomaten, die als ganze Dolde geerntet werden, also mit dem Grün, sind besonders beliebt. Allerdings: Was so natürlich wirkt, entspricht eigentlich nicht dem Reifeprozess der Tomate. Normalerweise wäre die erste Tomate an der Dolde nämlich schon verfault, wenn die letzte beginnt rot zu werden. Nur durch Züchtung besonders haltbarer Tomaten, sogenannte Longlife- oder Semi-Longlife-Tomaten, ist es gelungen, ganze Dolden anzubieten. Die üblicherweise im Supermarkt angebotenen Semi-Longlife-Tomaten halten sich bei Zimmertemperatur ein bis drei Wochen. Wer nur wenige benötigt, greift besser zu losen Tomaten statt zur Großpackung. Denn letztendlich weiß man nie genau, wie lange die Tomaten im Supermarkt bereits liegen.

Exotische Sorten mit intensivem Geschmack

Auf Wochenmärkten oder in gut sortierten Gemüseläden finden sich immer wieder besondere Tomatensorten, die nicht nur durch ihre ungewöhnlichen Formen und Farben herausstechen: Mitunter ist auch ihr Geschmack intensiver. Denn leider verlieren besonders haltbare Sorten über die Zeit ihre Inhaltsstoffe und ihre Aromen. Gerade wer die Früchte roh naschen möchte, sollte sich also ruhig mal außerhalb des Supermarktes nach den etwas anderen Tomaten umschauen. Wer verschiedene Sorten probiert, kann überraschende Geschmackserfahrungen machen: von süß bis sauer oder von fruchtig bis herb. Übrigens: Im Sommer schmecken frische Tomaten grundsätzlich intensiver als im Winter. In der dunkleren Jahreszeit werden sie auch im Süden halbreif geerntet. Zwar reifen sie nach, ein intensives Aroma bekommen sie ohne ausreichend Sonne jedoch nicht. Deswegen ist außerhalb der Saison der Griff zur Tomatenkonserve durchaus sinnvoll: Hierfür werden die Tomaten reif verarbeitet und sind dann lange haltbar – ganz ohne wichtige Inhaltsstoffe zu verlieren. Die klassische Pastasoße schmeckt also im Winter genauso gut.

Gut für die Umwelt: Saisonal und regional einkaufen

Wer umweltbewusst einkauft, sollte Tomaten vor allem zu ihrer natürlichen Erntezeit im Spätsommer kaufen. Denn dann findet man zum einen mehr heimische Tomaten, die keine langen Transportwege hinter sich haben. Zum anderen muss im Winter viel Energie für die Aufzucht aufgewendet werden: In nördlichen Ländern wie den Niederlanden, woher ein großer Teil unserer Tomaten stammt, müssen die Gewächshäuser im Winter beheizt werden, damit die wärmeliebenden Sträucher wachsen. Das verbraucht sehr viel Energie. Tomaten aus dem Süden, zum Beispiel aus Spanien, müssen zwar nicht beheizt werden, allerdings haben sie auch schon einen recht weiten Weg hinter sich. Und der Transport kostet wiederum eine Menge Energie. Wer zur Erntezeit regionale Tomaten kauft, verbraucht fast 30 Mal weniger CO2 als wenn er oder sie Tomaten im Winter kauft.

 

Doch nicht nur CO2 fällt bei der Produktion an. Wie jedes Gemüse verbraucht auch die Tomate Wasser: Rund 184 Liter Wasser stecken durchschnittlich in einem Kilo Tomaten, das bei uns angeboten wird. Wird eine normale, runde Tomate (circa 70 Gramm) achtlos weggeworfen, wurden umgerechnet auch 13 Liter Wasser verschwendet.

 

Quelle: Zu gut für die Tonne!

 

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Gefüllte Tomaten

Tomatenketchup

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