Der Testlauf für das Regionalfenster läuft seit
Anfang des Jahres

Für viele Verbraucher ist die regionale Erzeugung, Verarbeitung und Herkunft der Rohstoffe der Lebensmittel ein wichtiges Kaufkriterium. Doch die derzeitige Kennzeichnung von Herkunftsangaben ist unklar und ungenügend. Was sich hinter Begriffen wie ‚Heimat’ oder ‚Region’ und den unzähligen Siegeln versteckt, bestimmen Handel und Hersteller.

Mit dem vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderten „Regionalfenster“ soll mehr Transparenz bei der Kennzeichnung regionaler Lebensmittel geschaffen werden. Das freiwillige Kennzeichnungsfeld wird seit Januar 2013 in vom Trägerverein Regionalfenster e.V. ausgewählten Testmärkten in fünf Testregionen erprobt.

Die Verbraucherzentralen haben die Produktkennzeichnung mit dem Regionalfenster und die Präsentation in Testmärkten in den Regionen Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin/ Brandenburg und Hamburg/Schleswig-Holstein überprüft. Die weitgehend übereinstimmenden Ergebnisse zeigen, dass vor allem bei den Regional- und Kennzeichnungskriterien für zusammengesetzte Lebensmittel nachgebessert werden muss. Dann kann das Regionalfenster zukünftig den Einkauf regionaler Lebensmittel erleichtern.

Die Ergebnisse des Marktchecks

Insgesamt wurden 166 Produkte auf Klarheit bei der Kennzeichnung überprüft. Bei Monoprodukten, deren einzige Hauptzutat zu 100% Prozent aus der genannten Region stammen muss, war die Kennzeichnung im Regionalfenster eindeutig. Bei zusammengesetzten Produkten wurden jedoch Mängel in den Kennzeichnungsregeln offensichtlich. Die Kriterien des Regionalfensters lassen es nämlich zu, dass der Regionalanteil der Zutaten lediglich gut die Hälfte des Produktgewichtes betragen muss. Ist der Anteil geringer, müssen so viele weitere Zutaten regionaler Herkunft sein, bis mindestens 51 Prozent erreicht sind. Wie hoch der tatsächliche Anteil an regionalen Zutaten im Produkt ist, erfährt der Verbraucher aber erst aus der Zutatenliste.

Rund 40 Prozent der für die Erprobung ausgewählten Regionalprodukte waren in den Testmärkten nicht eindeutig mit dem Regionalfenster gekennzeichnet. Die Kennzeichnung mit dem Regionalfenster war für Verbraucher nur eindeutig, wenn sie gut sichtbar auf dem Produkt und gleichzeitig am Regal beim Preisschild erfolgte. Teilweise wurden auch kleinteiligere geographische Regionen wie „Fahner Höhe“ im Regionalfenster genannt, die auch Verbrauchern aus dem betroffenen Bundesland nicht allgemein bekannt sein dürften.

Verbraucherzentralen fordern Nachbesserungen

Wie hoch der Anteil heimischer Zutaten am Produkt ist, muss nachvollziehbar aus dem Kennzeichnungsfeld Regionalfenster hervorgehen, sonst ist aus Sicht der Verbraucherzentralen Verbrauchertäuschung vorprogrammiert. Außerdem sollte der Mindestanteil an Regionalzutaten bei zusammengesetzten Lebensmitteln deutlich höher liegen als der beim Regionalfenster vorgesehenen Anteil von 51 Prozent. Eine gleichzeitige Kennzeichnung von Regionalfenster und regionaler Bewerbung durch Handelsmarken führt zu Verwirrung und sollte deshalb vermieden werden. Der Zusatz "neutral geprüft" im Kennzeichnungsfeld suggeriert, dass eine staatliche Stelle die Einhaltung der Angaben kontrolliert. Die Kontrollstellen müssen im Kennzeichnungsfeld genannt werden, nur dann lässt sich wirklich nachvollziehen, wer die Kontrollen durchführt.

 

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

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