Jeder Deutsche isst im Schnitt 61 Kilogramm Fleisch im Jahr. Empfohlen wird allerdings nur die Hälfte, also maximal 300 bis 600 Gramm pro Woche, zu essen. Die Deutschen essen gerne Fleisch – 170 Gramm am Tag waren es 2011, ähnlich viel wie in den Vorjahren. Doch immer mehr Verbraucher fragen nach den Produktionsbedingungen: Hat das Hühnchen Antibiotika bekommen? Durfte das Schwein seinen Spieltrieb ausleben? Stand das Rind viel auf der Weide?

Neue Logos für artgerechte Tierhaltung

Für die meisten Verbraucher ist artgerechte Tierhaltung sehr wichtig geworden. BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche, Gammelfleisch, massenweise Antibiotika in der Hähnchenzucht – Medienberichte über Skandale aus der Massenfertigung haben bei vielen Verbrauchern ein Unbehagen gegenüber dem Fleischverzehr ausgelöst. Jetzt ist mehr Transparenz in Sicht. Seit Januar liegt Geflügel- und Schweinefleisch mit einem Tierschutz-Label in einigen Supermärkten.

 

Die Logos sollen vor allem Dinge wie den Auslauf im Freien und den vorrangigen Einsatz von Naturheilmitteln, statt der kritisierten Antibiotika, gewährleisten. Des Weiteren verpflichtet dieses Logo dazu, detaillierte Angaben zum Einsatz von Arzneimitteln zu machen und verbietet den Züchtern körperliche Eingriffe, wie zum Beispiel das Stutzen von Hühnerschnäbeln. Das neue Tierschutz-Label setzt bewusst niedrige Standards, um den Züchtern den Einstieg, in eine tiergerechte Produktion, zu erleichtern.

60% des produzierten Fleisches stammt
aus Massenhaltung

Die Massenhaltung der Tiere ist im Aufwind, da bereits 60 Prozent der Erlöse von Landwirten, aus der Haltung von Nutztieren stammt. Im Ausland herrscht eine hohe Nachfrage an Fleisch, auf die Deutschland mit Exporten, vor allem nach Asien, reagiert. Dabei bleiben die Tiere oft auf der Strecke. Sie leben meist in großen Gruppen auf engstem Raum. Dies führt zu Stress und aggressivem Verhalten. Bewegungsstörungen und Schmerzen sind oft eine Folge der Qualzucht.

 

Dabei ist es nicht schwer das wohl der Tiere zu fördern. Das Leben in einer kleinen stabilen Gruppe, Tageslicht, Beschäftigungsmaterial und Ausläufe – all diese Dinge tragen zu einer Verbesserung des Tierwohls bei. Dadurch erhöht sich allerdings auch die Arbeit für die Landwirte. Die Erträge sinken ebenso zwangsläufig, was bedeutet, dass Verbraucher also bereit sein müssen, höhere Preise zu zahlen, damit die Landwirte ihre Existenz sichern können.

Krankheitserreger gefährden Tiere und Menschen

Durch die Massenhaltung entstehen Abfälle und Krankheitserreger, die sowohl die Umwelt, als auch das Tier und den Menschen gefährden. Es sammelt sich mehr Gülle, als die Landwirtschaft verwerten kann. Antibiotika für den Menschen könnten versagen, wenn die Tiere weiterhin damit gefüttert werden. Krankheitserreger könnten resistent gegenüber den Antibiotika werden, das wiederrum könnte möglicherweise tödliche Folgen für den Menschen haben. Die Politik plant, dass bestehende Zuchtverbot besser umzusetzen und die Mastbetriebe zu verpflichten, ihren Verbrauch an Arzneimitteln zu melden. Tester bestätigen mittlerweile, dass Bioanbieter den Tier- und Umweltschutz fast immer deutlich ernster nehmen als die konventionelle Konkurrenz.

Die drei wichtigsten Siegel

Die Anforderungen einiger Siegel für Fleisch gehen deutlich über die für konventionelles Fleisch hinaus. Im Folgenden werden Sie über die wichtigsten Siegel, die den Tierschutz besonders stark berücksichtigen, informiert.

Das EU-Biosiegel muss seit 2012 auf allen Bio-Lebensmitteln stehen, die in der EU gehandelt werden. Es steht dafür, dass die Lebensmittel nach Vorgaben der EU-Öko-Verordnung hergestellt wurden. Hinter diesem  Siegel steht die europäische Union. Geprüft werden die Biobetriebe mindestens einmal pro Jahr von privaten Ökokontrollstellen.

Ein weiteres Siegel ist das „Neuland-Siegel“, das eine besonders artgerechte Tierhaltung fokussiert. Des Weiteren verfolgt es eine umwelt- und klimaschonende Produktion, Bindung an die Region und Transparenz. Hinter diesem Siegel stehen der Deutsche Tierschutzbund, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Unangemeldet und mindestens einmal im Jahr werden die Neuland Betriebe durch externe Kontrollstellen der Gesellschaft für Ressourcenschutz überprüft.

Das Deutsche Tierschutzlabel hat das Ziel, dass die artspezifische Verhaltensweise der Tiere berücksichtigt wird. Die Trägerschaft hierfür hat der Deutsche Tierschutzbund übernommen. Die Zertifizierung und Kontrolle erfolgt durch unabhängige Zertifizierungsorganisationen. Die Häufigkeit und Dauer der unangemeldeten Kontrollen hängt von der Risikobewertung des Betriebes ab.

 

Quelle: Stiftung Warentest

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