Versteckte Preiserhöhung

Im Briefkasten landen fast täglich Wurfsendungen mit Sonderangeboten, Niedrigpreise leuchten überall. Tatsächlich aber werden die Preise im Einzelhandel kräftig weiter erhöht. Seit Jahren beobachten und dokumentieren die Verbraucherzentralen den Trend der versteckten Preiserhöhung. Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt, wie das funktioniert: Kunden haben sich an den Preis eines Produktes gewöhnt, sagen wir 2,99 Euro. Statt sie jetzt durch eine nominale Preiserhöhung, sagen wir auf 3,49 Euro, vom Kauf abzuhalten, wird die Preiserhöhung verschleiert, indem bei gleichem Preis weniger Inhalt in die Packung gegeben wird. Manchmal ist es auch der Handel, der eine Preissenkung des Herstellers nicht an die Verbraucher weiter gibt.

Erst vor Kurzem schoss Pampers mit seinen Windeln den Vogel ab. Über einen Zeitraum von sieben Jahren verringerte der Hersteller Procter & Gamble nach und nach die Füllmenge: Von 47 Windeln im Jahr 2006 auf 44 bis 2009, 40 bis 2012, 37 bis 2013 und heute 34 Windeln. Nun hat sich auch die Firma Bahlsen "ein Stück vom Kuchen abgeschnitten". Bei den verschiedenen Sorten des bekannten Fertigkuchens "Comtess" fehlen seit einigen Wochen 50 g. Bisher waren 400 g in einer Packung, jetzt sind es nur noch 350 g drin. Der Preis im Supermarkt bleibt derselbe, was einer versteckten Preiserhöhung von knapp 15 % entspricht. 

Als Begründung hat sich Bahlsen etwas Nettes einfallen lassen: Zum einen seien die Rohstoffkosten gestiegen. Zum anderen sei den Verbrauchern die 400 g Packung des leckeren Kuchens zu groß gewesen, sie hätten häufig nicht verzehrte Reste weggeworfen, erklärt Bahlsen einer Verbraucherin, die sich über die versteckte Preiserhöhung bei der Firma beschwert hatte. Deshalb komme Bahlsen dem Kundenwunsch nach und verringere das Füllgewicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...


Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg

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