Skandal um falsch etikettiertes Pferdefleisch
nimmt immer größere Ausmaße an

Fertigprodukte mit Pferdefleisch sollen auch nach Deutschland geliefert worden sein, teilt das Bundesverbraucherschutzministerium mit. Es handelt sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen ging. Bisher fielen Fertigprodukte wie Tiefkühl-Hamburger und Fertig-Lasagne, die Pferdefleisch anstelle des deklarierten Rindfleischs enthalten, in Großbritannien, Frankreich und Schweden auf.

Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hat bereits vorsorglich ihre Tiefkühl-Lasagne „A&P“ aus dem Handel genommen. Auch Real hat Produkte aus dem Verkehr gezogen: die Lasagne der Eigenmarke „Tip“ und die "Mini-Cheeseburger" des Lieferanten "Agro on". Es ist noch nicht bekannt, ob diese Gerichte tatsächlich Pferdefleisch enthalten – die Untersuchungen laufen.

Der Verkauf von Pferdefleisch ist in Deutschland zwar erlaubt. Produkte müssen aber korrekt gekennzeichnet sein. In der normalen Fleischerei und im Supermarkt findet man praktisch keine Pferdefleischprodukte, da viele Verbraucher Pferdefleisch ablehnen. Bei Produkten mit nicht gekennzeichnetem Pferdefleisch handelt sich daher um massive Verbrauchertäuschung. Eine Gesundheitsgefahr besteht allerdings nicht.

Eine korrekte Tierarten-Kennzeichnung
ist unerlässlich

Der Skandal zeigt auf drastische Weise, wie unverzichtbar eine korrekte Tierarten-Kennzeichnung ist. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale gehört sie auf die Vorderseite von verpacktem frischem Fleisch und Fleischerzeugnissen, aber auch auf verarbeitete fleischhaltige Produkte. Zusätzlich sollte die Herkunft des Fleisches, die bisher nur bei unverarbeitetem Rindfleisch kennzeichnungspflichtig ist, auch für Fleisch anderer Tierarten, Wurst und Fertiggerichte vorgeschrieben sein.

Eine bessere Kennzeichnung allein genügt allerdings im Hinblick auf den derzeitigen Fleischskandal kaum aus. Illegale Umetikettierungen lassen sich nur vermeiden, indem Betrügereien unverzüglich erkannt werden. Daher müssen die länderübergreifenden unabhängigen Kontrollen von Herkunftsangaben und Rückverfolgungssystemen viel stärker als bisher ausgebaut werden.

 

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

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