Das Gesetz schreibt für Energy-Drinks den Hinweis „erhöhter Koffeingehalt“ vor, gefolgt von der Angabe, wie viel Koffein in 100 Milliliter Getränk enthalten ist. Das gilt sowohl für verpackte als auch für lose Ware. So muss der Hinweis in Gaststätten beispielsweise auf der Getränke- oder Speisekarte stehen. Erst ab 13. Dezember 2014 wird mit der dann EU-weit gültigen Lebensmittelinformations- verordnung ein weiterer Warnhinweis verpflichtend. Dieser muss in demselben Sichtfeld wie die Bezeichnung des Getränks stehen und wörtlich lauten: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und Schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“.

Bereits Todesfälle in den USA

 

Bei mehreren Todesfällen in den USA, darunter der eines 14-jährigen Mädchens, besteht der Verdacht, dass der übermäßige Konsum von Energy-Drinks die Ursache sein könnte. Auch aus Deutschland sind Fälle unerwünschter Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System nach dem übermäßigen Konsum von Energy Drinks bekannt. Denn diese Getränke haben einen hohen Koffeingehalt – etwa dreimal so viel wie Cola – und enthalten andere Inhaltsstoffe wie Taurin, bei denen negative Wechselwirkungen nicht sicher ausgeschlossen werden können. Ist der Konsum von Energy-Drinks mit Alkohol und körperlicher Anstrengung verbunden, etwa in der Disko, besteht die Gefahr, dass sich die Nebenwirkungen zu Krampfanfällen oder Herzrasen verstärken. Systematische aussagekräftige Langzeitstudien fehlen noch.

Energy-Shots als Nahrungsergänzungsmittel verkauft

 

„Energy-Shots“ sind Energy-Konzentrate in kleinen Portionsgrößen, die bei Durst dazu verleiten können, mehrere Portionen zu trinken. Der bittere Geschmack des Koffeins wird durch extreme Süße und Aroma unterdrückt. Die Hersteller nutzen hier Schlupflöcher in der Kennzeichnungspflicht, indem sie Energy-Shots nicht als Erfrischungsgetränke sondern als „Nahrungsergänzungsmittel“ verkaufen und dadurch die gesetzlichen Vorgaben für Erfrischungsgetränke umgehen. So sind beispielsweise im Red Bull Shot 80 Milligramm Koffein pro 60 Milliliter enthalten. Das entspricht mehr als 1300 Milligramm pro Liter. Andere Produkte können bis zu 6000 Milligramm pro Liter enthalten. Diese „Nahrungsergänzungsmittel“ müssen die Verzehrempfehlung „Nur eine Portion pro Tag“ tragen. Bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch beurteilt das Bundesinstitut für Risikobewertung diese Getränke als nicht sicher.

Verkaufsverbote gefordert

 

Die Verbraucherzentrale Hamburg hält die derzeitigen Regelungen zur Kennzeichnung als Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen für völlig unzureichend. Sie fordert das generelle Verbot des Verkaufs von hoch dosierten Energy-Konzentraten sowie ein Verkaufsverbot für Energy-Drinks an Personen unter 18 Jahren.

Untersuchungen zeigen, dass auch andere Personengruppen besonders gefährdet sein können. Die Verbraucherzentralen halten daher den ab Dezember 2014 vorgeschriebenen Hinweis für Kinder, Schwangere und Stillende für nicht ausreichend. Sie fordern weitere Warnhinweise für Personen mit Bluthochdruck und/oder Herzerkrankungen sowie Hinweise zu gesundheitlichen Risiken, die durch Kombination von Energy-Drinks mit alkoholischen Getränken und/oder körperlicher Anstrengung entstehen.

 

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg

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