Xylit, auch Xylitol genannt oder als E 967 (europäische Zulassungsnummer für Lebensmittelzusatzstoffe) bekannt, ist ein Zuckeraustauschstoff. Man findet ihn in der Natur in zahlreichen Gemüse- und Obstsorten. Auch im menschlichen Organismus spielt er als Zwischenprodukt im Glukosestoffwechsel eine Rolle. Xylit wird aber auch in der Lebensmittelindustrie als kalorienarmer Zuckerersatz verwendet. Entdeckt wurde der Zuckeraustauschstoff von dem späteren Nobelpreisträger Emil Fischer.


Herstellung: Für die industrielle Herstellung wird Xylit aus Holzzucker der so genannten Xylose gewonnen. Die chemische Herstellung ist sehr aufwändig und Xylit daher ein verhältnismäßig teurer Zuckeraustauschstoff. Xylit kann des Weiteren auch aus Resten von Maiskolben nach Abernten der Körner gewonnen werden. Möglich ist hierbei der Einsatz von gentechnisch verändertem Mais.

Eigenschaften: Xylitol hat 40-50% weniger Kalorien als herkömmlicher Zucker, schmeckt aber beinahe genauso wie Saccharose. Das Besondere an Xylit ist, dass es durch Kontakt mit Speichel der Umgebung Wärme entzieht und dadurch auf der Zunge einen Kühleffekt erzeugt, ähnlich dem erfrischenden Geschmack von Menthol.


Xylitol ist außerdem hitzestabil und karamellisiert nur, wenn es mehrere Minuten auf über 200 °C erhitzt wird. Bei normalen Backtemperaturen um die 100 °C findet folglich keine Karamellisierung statt.

Verwendung: Xylit hat fast die gleiche Süßkraft wie Zucker, der Stoffwechselweg im menschlichen Körper läuft aber insulinunabhängig ab und beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel daher nur geringfügig. Xylit ist daher gut für die Ernährung von Diabetikern. Auch in zuckerreduzierten Produkten findet sich Xylit. Dies können Backwaren, Kaugummis aber auch Senf, Marmeladen oder Desserts sein. Xylit unterliegt keinen Höchstmengenbeschränkungen, kann aber in großen Mengen abführend wirken.


Auch in der Medizin wird Xylit verwendet. Verschiedene klinische Studien in den 70er Jahren ergaben, dass der Stoff eine erstaunliche kariesreduzierende Wirkung hat. Auch soll er die Entstehung von Mittelohrentzündungen hemmen und zur Vorbeugung von Osteoporose dienen. Aber Achtung: für einige Säugetiere, vor allem für Hunde, ist Xylit schon in geringer Dosierung giftig.

Geprüft durch die Dipl. oec. troph. (FH) Frau Rebecca Ginser.

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