„Intelligente“ Haushaltsgeräte auf der IFA 2012

 

Science-Fiction-Autoren wie Jules Verne waren schon oft ihrer Zeit voraus. Bereits im Jahr 1865 nahm der französische Visionär in „Von der Erde zum Mond" die Landung auf dem Erdtrabanten rund 100 Jahre vorweg. In „20 000 Meilen unter dem Meer" (1870) schrieb Verne von Taucheranzügen sowie U-Booten mit Atomantrieb – und bewies, dass Fiktion relativ rasch zur Realität werden kann. Auch die Küchenhilfen von morgen scheinen den Utopien vieler Science-Fiction-Schriftsteller nicht mehr sonderlich fern zu sein.

Staubsauger filmt und telefoniert

Einfach nur Schmutz auflesen ist dem neuesten Hightech-Staubsauger nicht genug. Schließlich kann „Cocorobo" mit der Webcam auch Fotos und Videos – vom Haustier, oder um die Wohnung zu überwachen – direkt auf das Smartphone seines Besitzers schicken. Die  „silbrige Flunder" von Sharp, die den User an der Stimme erkennt und ihm antwortet, steht für einen Trend: Der Kreis zwischen Haushaltsgeräten, Kommunikations- und Unterhaltungstechnik schließt sich immer mehr.

 

Der Backofen, der mitdenkt

Der Backofen „OIM 25901 X" von Beko kennt Dutzende von Rezepten und weiß genau, was wann in die Röhre muss. Im Display sind neben der Restbackzeit zudem Fotos der gewünschten Speisen zu sehen. Per USB-Schnittstelle lässt sich das Display außerdem zum digitalen Bilderrahmen umwandeln.

Energie-Effizienz ist entscheidend

Siemens präsentiert ebenfalls einen „intellegenten" Backofen. Dieser lässt sich via Tablet-PC steuern. Auch Kühlschränke schicken mittlerweile eine Nachricht auf das Mobilgerät, wenn sich die Vorräte dem Ende neigen. Ihre Sensoren messen obendrein die Feuchtigkeit der Lebensmittel, damit Käse, Fleisch, Obst und Salat länger frisch bleiben. Die Lust der Deutschen auf neue Geräte ist groß. Insgesamt 7,7 Milliarden Euro haben sie im vergangenen Jahr dafür ausgegeben. Für 2012 erwartet der Zentralverband Elektrotechnik und Elektro-Industrie (ZVEI) einen Anstieg um 2 Prozent. „Viele Kaufentscheidungen werden wegen der verbesserten Energie-Effizienz getroffen", so der ZVEI-Vorsitzende und Miele-Chef Reinhard Zinkann. Beim Kühlschrank ist sie für neun von zehn Kunden das wichtigste Kriterium.

Roboter bringt den Müll raus

Längst können intelligente Wasch- und Spülmaschinen Geld sparen, indem sie arbeiten, wenn der Strom am günstigsten ist. Völlig neu – wenn auch noch für lange Zeit nicht im Handel – sind humanoide Helfer. Auf der IFA stellt das Karlsruher Institut für Technologie „Armar" vor. Der Roboter schneidet Zwiebeln und bringt den Müll vor die Tür. Beim Zuschauen lernt er, wie er die Spülmaschine einräumen oder den Tisch decken muss. Doch „Armar" ist für die meisten privaten Haushalte noch unbezahlbar. Und auch der Saug-Roboter „Cocorobo" reißt mit einem Preis von deutlich über 1.000 Euro wohl ein Loch in viele deutsche Haushaltskassen. Aber Spaß macht so ein „schlauer" Helfer schon!

 

Autoren: Marie Schäfers & Hendrik Jürgens

Quelle: AKTIV, Ausgabe 18, Seite 6

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